12 February 2026, 10:44

90-Jährige muss ihr Zuhause bis Ende April räumen – trotz Protest und Kritik

Ein altes Gebäude mit Schutt aus Holzlatten und Steinen auf dem Boden, mit einer Wand im Hintergrund, die den Abriss vermuten lässt.

90-Jährige muss ihr Zuhause bis Ende April räumen – trotz Protest und Kritik

Lieselotte Höber, 90-jährige Dortmunderin, muss bis zum 30. April ihre Wohnung räumen. Das Haus, in dem sie lebt, soll vom Eigentümer, dem Versicherer Volkswohlbund, abgerissen werden. Nach monatelangem Widerstand hat sie die Räumung nun akzeptiert und sucht nach einer neuen Bleibe in derselben Gegend.

Die Entscheidung fällt in eine Phase wachsender Kritik an den Umstrukturierungsplänen des Unternehmens, das ihr Wohnhaus abreißen lässt, während es benachbarte Gebäude saniert.

Höbers Wohnblock ist eines von mehreren Häusern, die Platz für Neubauten machen sollen. Der Volkswohlbund, dem das Gebäude gehört, hat allen 36 Haushalten identische Räumungsklagen zugestellt. Der Mieterverein stellt die Rechtmäßigkeit dieser Kündigungen infrage und wirft dem Versicherer vor, die Mieter mit der Behauptung zu täuschen, das Haus sei wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.

Einige ehemalige Mieter aus abgerissenen Häusern sind bereits in modernisierte Wohnungen umgezogen. Gerüchten zufolge hat der Volkswohlbund finanzielle Anreize für einen Umzug angeboten. Dennoch steht das Unternehmen in der Kritik, da es Gebäude abreißen lässt, während es andere im selben Viertel aufwendig saniert.

Politiker und Stadtplaner unterstützen die Abrisspläne weitgehend, sodass den Mietern kaum rechtliche Mittel bleiben, um sich gegen die Räumungen zu wehren. Für Höber gestaltet sich der Prozess aufgrund ihres Alters besonders schwierig, doch sie erwägt nun einen Umzug in eines der vom selben Vermieter sanierten Häuser.

Die Räumungsfrist für Höber und ihre Nachbarn endet am 30. April. Der Volkswohlbund wird mit dem Abriss beginnen, um Neubauten zu errichten – trotz anhaltender Streitigkeiten über die Notwendigkeit der Maßnahmen. Mit kaum noch rechtlichen Optionen müssen die betroffenen Mieter nun entscheiden, ob sie die Umzugsangebote annehmen oder sich anderweitig eine neue Wohnung suchen.