AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland spaltet die Partei mit radikalen Flügelkämpfen
Ehrentraud ZirmeAfD-Jugendorganisation Generation Deutschland spaltet die Partei mit radikalen Flügelkämpfen
Neue rechtsextreme Jugendorganisation formiert sich in der AfD
Dieses Wochenende treffen sich über 300 junge Mitglieder der AfD in Iserlohn, um die Führung der neu gegründeten Generation Deutschland (GD) in Nordrhein-Westfalen zu wählen. Die Versammlung offenbart tiefe Gräben zwischen rivalisierenden Flügeln, die um Einfluss ringen.
Die GD ersetzt die Junge Alternative, die sich im vergangenen Jahr auflöste, nachdem das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sie als gesichert rechtsextreme Organisation eingestuft hatte. Diesmal ist die Mitgliedschaft auf AfD-Mitglieder beschränkt, und strengere Regeln sollen die Parteidisziplin stärken.
Zwei verfeindete Lager kämpfen nun um die Kontrolle. Auf der einen Seite steht die Landesführung unter Martin Vincentz, der den 33-jährigen Manuel Krauthausen unterstützt – eine Figur, die für die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien und die Forderung nach "massiver Remigration" bekannt ist. Auf der anderen Seite stehen Anhänger von Matthias Helferich, einem rechtsextremen Bundestagsabgeordneten, der 2025 wegen ethnonationalistischer Äußerungen aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen wurde. Helferich bleibt Parteimitglied und wehrt sich gegen den Beschluss.
Helferichs Lager dominiert den vorläufigen Instagram-Account der GD. Ihr Kandidat für den Vorsitz ist der 24-jährige Luca Hofrath, ein Politiker mit Verbindungen zur Heimat (ehemals NPD) und der rechtsextremen Identitären Bewegung. Hofrath trat bereits bei Landes- und Kommunalwahlen an, darunter 2022 im Rhein-Sieg-Kreis für den Landtag.
Ein Sieg von Helferichs Gruppe könnte die AfD in NRW neu ausrichten – und sogar Vincentz’ Wiederwahl als Landesvorsitzender im März 2026 gefährden.
Das Ergebnis der dieswöchigen Abstimmung wird entscheiden, wer die GD in Nordrhein-Westfalen führt. Ein Erfolg von Helferichs Flügel würde eine weitere Radikalisierung der Partei signalisieren. Zudem könnte das Ergebnis die internen Machtkämpfe der AfD vor den anstehenden Wahlen zur Landesführung im nächsten Jahr beeinflussen.