21 December 2025, 21:24

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

AfD: Kein Fingerkrümmen für die BRD

Teaser: Seit der Abstimmung über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz gibt es in der AfD Streit über das Verhältnis der Partei zum Militär. Ein Bundestagsabgeordneter erhielt einen Verweis – weil er Björn Höcke kritisiert hatte.

17. Dezember 2025, 06:16 Uhr

Eine hitzige Debatte über Wehrpflicht und Loyalität zum deutschen Staat entzweit die AfD. Der Streit entbrannte nach der Abstimmung über die Reform des Wehrdienstes und legt tiefe Gräben zwischen nationalistischen und konservativen Flügeln der Partei offen.

Auslöser war die Kritik des AfD-Abgeordneten Rüdiger Lucassen an Björn Höckes Haltung zur Wehrpflicht. Lucassen warf Höcke vor, dieser habe behauptet, Deutschland sei nicht mehr verteidigenswert. Höcke präzisierte daraufhin, er würde für das „Fortbestehen Deutschlands“ kämpfen und sterben – nicht jedoch für die Bundesrepublik oder ihre heutigen Streitkräfte.

Höckes Position ähnelt Argumenten von Persönlichkeiten wie Günter Maschke, die eine Verteidigung des Staates ablehnen, sich aber für das „deutsche Volk“ mobilisieren würden. Diese Haltung vertritt ein breiterer Flügel der AfD, der radikalen Wandel statt Reformen anstrebt.

Auf der anderen Seite stehen Lucassen und der Abgeordnete Gerold Otten, die eine allgemeine Wehrpflicht und eine starke Bundeswehr befürworten. Sie setzen auf ein Bündnis mit der alten westdeutschen CDU, um die Werte der Bundesrepublik vor 1990 wiederherzustellen.

Eine dritte Gruppe um Götz Kubitschek und den Antaios-Verlag unterstützt zwar ebenfalls die Wehrpflicht, übt aber scharfe Kritik am aktuellen Zustand der Bundeswehr. Akteure wie Ellen Kositza, Karlheinz Weißmann und Jürgen Elsässer – verbunden über das Institut für Staatspolitik und Medien wie die Junge Freiheit – sehen sowohl Militär als auch Gesellschaft als gescheitert an.

Der Konflikt hat bereits formale Konsequenzen: Lucassen wurde von seiner Fraktion offiziell gerügt, weil er Höcke öffentlich angegriffen hatte. Der Streit offenbart eine grundsätzliche Spaltung: Die einen wollen den bestehenden Staat abschaffen, die anderen sehnen sich nach einer konservativen Vergangenheit zurück.

Die AfD bleibt zerrissen in ihrer Haltung zu Staat und Militär. Während einige Mitglieder eine nach traditionellen Werten ausgerichtete Bundeswehr wiederbeleben wollen, lehnen andere das aktuelle System komplett ab. Der interne Machtkampf zeigt keine Anzeichen einer Lösung – erste disziplinarische Maßnahmen gegen abweichende Stimmen sind bereits ergriffen.