08 February 2026, 12:53

AfD-Kundgebung in Münster-Coerde: Gegenprotest übertrifft Rechtspopulisten um das Siebenfache

Ein Plakat, das eine Gruppe von Menschen zeigt, einige bewaffnet, die auf dem Boden stehen, mit Gebäuden und Rauch im Hintergrund, betitelt mit "New York - Der Kampf zwischen Aufständischen und Miliz".

AfD-Kundgebung in Münster-Coerde: Gegenprotest übertrifft Rechtspopulisten um das Siebenfache

Rechtsextreme Kundgebung der AfD in Münster-Coerde – Gegenprotest mit deutlich mehr Teilnehmenden

Am Samstagmorgen fand in Münster-Coerde eine rechtspopulistische Kundgebung der Alternative für Deutschland (AfD) statt. Rund 60 Parteimitglieder und Anhänger versammelten sich am Hamannplatz, abgesichert durch einen Polizeikordon. Gleichzeitig bildete sich in der Nähe eine deutlich größere Gegenkundgebung mit etwa 450 Menschen, die sich gegen die Positionen der AfD stellten.

Die AfD-Veranstaltung begann um 10 Uhr. Die Teilnehmenden forderten Veränderungen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik. Unter ihnen war Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Umgebung Münsters. Er kritisierte, Deutschland setze falsche Prioritäten: Statt ältere Menschen im Land zu unterstützen, flössen Gelder an die Ukraine und Israel.

Schon eine Stunde zuvor, um 9 Uhr, hatte die Gegenkundgebung am Hohen Heckenweg begonnen. Organisiert von Initiativen wie "Keinen Zentimeter den Nazis" und "Coerde ist bunt" gab es Reden und Livemusik, die für Vielfalt und Zusammenhalt warben. Eve Lyn Gardias, Anwohnerin und Mitglied von "Coerde ist bunt", positionierte sich klar gegen die AfD. Die Partei biete keine Lösungen, sondern mache stattdessen Minderheiten für gesellschaftliche Probleme verantwortlich, so ihre Kritik.

Die Polizei hielt beide Gruppen den gesamten Tag über strikt voneinander getrennt. Es kam zu keinen Auseinandersetzungen, und die Veranstaltungen endeten ohne größere Zwischenfälle.

Die gegenläufigen Demonstrationen spiegelten die tiefen Gräben in der deutschen Politik wider: Während die AfD eine kleine, aber lautstarke Anhängerschaft mobilisierte, zog die Gegenkundgebung deutlich mehr Menschen an. Beide Seiten machten ihre Standpunkte unmissverständlich deutlich – die Polizei sorgte dafür, dass der Tag friedlich blieb.