14 February 2026, 16:52

Akif Pirincci freigesprochen – doch der Streit um seine Äußerungen geht weiter

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung einer Gerichtsszene mit einem Mann, der eine Waffe hält und vor einer Menge von Menschen steht, einige sitzen auf Bänken und andere stehen, mit der Inschrift "Der Prozess gegen Thomas Jefferson" unten.

Autor Pirincci in Bonn von Anstiftung-Anklage freigesprochen - Akif Pirincci freigesprochen – doch der Streit um seine Äußerungen geht weiter

Ein deutsches Gericht hat den Autor Akif Pirincci von dem Vorwurf der Volksverhetzung in Zusammenhang mit einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2022 freigesprochen. Das Bonner Amtsgericht urteilte, dass seine umstrittenen Äußerungen so ausgelegt werden könnten, dass sie nicht gegen das Gesetz verstoßen. Doch der Fall könnte damit noch nicht abgeschlossen sein, da ein höheres Gericht bereits eingriffen hat.

Pirincci, der einst für seinen 1989 erschienenen Bestseller Felidae gefeiert wurde, entwickelte sich später zu einer polarisierenden Figur aufgrund seiner rechtsextremen politischen Ansichten. Sein Wandel vom literarischen Star zum nationalistischen Aktivisten prägt sein öffentliches Bild in den letzten Jahren.

Erstmals bekannt wurde Pirincci 1989 mit Felidae, einem Kriminalroman über einen Katzen-Detektiv. Das Buch wurde zum Bestseller, verfilmt und festigte seinen Ruf als bedeutender deutsch-türkischer Schriftsteller. Jahrelang blieb sein Werk Teil des kulturellen Mainstreams – selbst 2026 führte etwa das VHS Jena Felidae noch in seinem Programm.

Doch ab der Mitte der 2010er-Jahre änderte sich sein Image. Pirincci begann, nationalistische und migrationsfeindliche Positionen zu vertreten und sich mit politischen Randgruppen zu verbünden. Er trat als Redner bei Pegida-Kundgebungen, einer anti-islamischen und einwanderungskritischen Bewegung, auf und veröffentlichte rechtspopulistische Bücher. Diese Entwicklung distanzierte ihn zunehmend von seinem früheren literarischen Erfolg.

Die juristischen Probleme begannen mit einem Eintrag aus dem Jahr 2022 auf seinem Blog Der kleine Akif. Ein Gericht erster Instanz verurteilte ihn zunächst zu neun Monaten Haft ohne Bewährung. In der Berufung wurde das Urteil auf acht Monate zur Bewährung reduziert. Das Bonner Amtsgericht hob die Verurteilung später vollständig auf und argumentierte, dass zumindest eine mögliche Deutung seiner Worte keine Straftat darstelle.

Doch der Fall bleibt ungelöst. Das Kölner Oberlandesgericht hob den Freispruch teilweise auf und ordnete eine Neuverhandlung an. Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt das Urteil in der Schwebe.

Der Freispruch verschafft Pirincci vorläufig Entlastung, doch das juristische Verfahren ist noch lange nicht beendet. Durch die Intervention des Kölner Gerichts wird die Auseinandersetzung um seine Äußerungen von 2022 erneut vor dem Amtsgericht verhandelt. Vorerst prägen weiterhin sein literarisches Erbe und die politischen Kontroversen seine vielschichtige öffentliche Rolle.