Anti-Sexismus-Aktion von Rot-Weiss Essen scheitert kläglich an mangelnder Fan-Unterstützung
Ehrentraud ZirmeAnti-Sexismus-Aktion von Rot-Weiss Essen scheitert kläglich an mangelnder Fan-Unterstützung
Geplante Anti-Sexismus-Kampagne von Rot-Weiss Essen verpufft beim Heimspiel gegen Energie Cottbus
Eine für das Wochenende geplante Anti-Sexismus-Aktion beim Heimspiel von Rot-Weiss Essen gegen Energie Cottbus ist weitgehend gescheitert. Faninitiativen hatten Frauen aufgerufen, die vorderen Reihen der Westtribüne für die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden der Partie zu besetzen. Doch die Aktion stieß bei den Anhängern auf kaum Resonanz.
Der Verein selbst hatte sich zuvor in einer öffentlichen Stellungnahme gegen jede Form von Diskriminierung ausgesprochen. Dennoch wirft die geringe Beteiligung an der Kampagne Fragen nach ihrer Wirksamkeit im Kampf gegen Sexismus in der Fußballkultur auf.
Organisiert wurde die Aktion vom Fanbündnis "RWE für Toleranz" – als Reaktion auf sexistische Flugblätter, die angeblich bei einem früheren Spiel verteilt worden waren. Die Fans sollten die vorderen Reihen der Westtribüne für etwas mehr als 19 Minuten füllen, eine symbolische Geste, um auf das Problem aufmerksam zu machen.
Trotz des Aufrufs lehnten die Ultras und aktiven Fangruppen eine Teilnahme ab. Sie wiesen die Kampagne pauschal zurück und blieben in ihren gewohnten Blöcken, sodass der vorgesehene Bereich weitgehend leer blieb.
Auf dem Platz musste Essen eine 2:3-Niederlage gegen Energie Cottbus hinnehmen. Doch nach dem Spiel rückte das Ergebnis in den Hintergrund. Stattdessen entfachte die gescheiterte Initiative erneut Debatten über Sexismus in der Fanszene des Vereins und der Fußballwelt insgesamt.
Für Rot-Weiss Essen endete die Partie damit enttäuschend – sowohl sportlich als auch in Bezug auf die Resonanz der Kampagne. Der Verein hatte zuvor seine Haltung zu Vielfalt und Respekt bekräftigt, doch die fehlende Unterstützung der Fans deutet auf tiefere Probleme hin.
Da die Diskussion nun in der Öffentlichkeit steht, könnte das weitere Vorgehen – oder auch ein Nichthandeln – prägen, wie der Verein künftig mit Diskriminierung umgeht.






