Apotheker starten "Protestfrühling" gegen umstrittene Reformpläne der Regierung

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Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisdifferenzen im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.Ehrentraud Zirme

Apotheker starten "Protestfrühling" gegen umstrittene Reformpläne der Regierung

Thomas Preis, Vorsitzender der Bundesapothekerkammer (ABDA), hat einen "Protestfrühling" gegen die geplante Apothekenreform der Regierung ausgerufen. Der Schritt folgt auf monatelange Spannungen wegen Kürzungen und geplanter Änderungen im Apothekenbetrieb. Alle 16.000 Apotheken in Deutschland sowie ihre Mitarbeiter unterstützen die Kampagne mit einer öffentlichen Petition.

Preis bezog bereits Ende Januar klar Stellung und lehnte das Modell der "Apotheken ohne Apotheker" ab – einen Vorschlag, der aus einem früheren Entwurf des damaligen Gesundheitsministers wiederaufgelebt wurde. Er machte deutlich, dass die ABDA ein solches Konzept nicht akzeptieren werde, da es die Patientensicherheit und berufliche Standards gefährde.

Die ABDA reichte über 40 Änderungsvorschläge zu den Reformplänen ein, während der Bundesrat mehr als 30 Bedenken äußerte. Doch das Gesundheitsministerium wies die meisten Einwände zurück. Preis betonte, dass die Erhöhung der Festzuschlagsgebühr auf 9,50 Euro keine Forderung, sondern eine Notwendigkeit sei – schließlich passten andere Bereiche des Gesundheitswesens ihre Gebühren bereits jährlich an. Zudem forderte er, dass Apotheken das Recht auf faire Vergütungsverhandlungen erhalten müssten.

Auf dem Zukunftskongress für Öffentliche Apotheken appellierte Preis an die Politik, das Koalitionsabkommen vollständig umzusetzen. Zwar bezeichnete er die Gesundheitsministerin als verlässliche Partnerin, kritisierte jedoch ihre Forderung nach mehr Verantwortung für Apotheken ohne ausreichende Unterstützung. Angesichts steigender Apotheken-Schließungen und fehlender Soforthilfen warnte er, dass die politische "Flitterwochen"-Phase der Schwarz-Rot-Koalition vorbei sei.

Die zentralen Streitpunkte – wie die Erhöhung des Festzuschlags und bessere Personalregelungen – bleiben weiterhin ungelöst. Zwar hat die Regierung die Bedenken bisher nicht direkt aufgegriffen, doch Preis machte klar, dass die ABDA auf konkrete Taten statt auf leere Versprechungen drängen werde.

Die Protestkampagne spiegelt die wachsende Verärgerung unter Apothekern über unerfüllte Forderungen nach fairer Finanzierung und besseren Personalvorgaben wider. Ohne Kurskorrektur drohen dem Sektor weitere Schließungen und Einschränkungen bei den Dienstleistungen. Preis hat deutlich gemacht, dass die ABDA weiterhin auf Reformen pochen wird, die den ursprünglichen Koalitionszusagen entsprechen.

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