20 June 2026, 10:14

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

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Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

Geplante Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke Winterberg von Apothekerkammer blockiert

Nur einen Tag vor der Neueröffnung der Franziskus-Apotheke in Winterberg hat die zuständige Apothekerkammer die Inbetriebnahme einer geplanten Telemedizin-Station gestoppt. Die für den 18. Dezember vorgesehene Inbetriebnahme der 60.000 Euro teuren Anlage steht damit vorerst auf unbestimmte Zeit aus.

Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die von Medivise entwickelte Telemedizin-Station erworben, um den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Sein Ziel: die Abwicklung von Wiederholrezepten beschleunigen und unnötige Notaufnahmebesuche reduzieren. Zudem plant Schäfer, das Geschäft zu Beginn des kommenden Jahres an seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath zu übergeben.

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Die Apothekerkammer lehnt die Installation ab – mit der Begründung, eine Arztstation innerhalb einer Apotheke verstoße gegen geltende Vorschriften. Zudem bestehe die Gefahr unzulässiger Patientenüberweisungen. Medivise hingegen betont, es gebe keine rechtlichen Hürden, und geht davon aus, dass die noch offenen Fragen zeitnah geklärt werden.

Trotz des Rückschlags bleiben Schäfer und Ennulath von den Vorteilen der Telemedizin überzeugt – besonders für ländliche Regionen. Nach deutschem Recht ist die telemedizinische Beratung in Apotheken gemäß § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs zwar grundsätzlich zulässig. Allerdings stehen die genauen Rahmenbedingungen zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Bundesapothekerkammer noch aus.

Die Blockade verzögert den Start der Station, obwohl die rechtliche Grundlage gegeben ist. Nun warten Apotheke und Medivise auf weitere Klarstellungen. Die Entscheidung wird zeigen, ob die 60.000-Euro-Investition wie geplant umgesetzt werden kann.

Quelle