22 March 2026, 00:24

Atommüll aus Jülich: Erste Castor-Transporte nach Ahaus starten nächste Woche

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Laternenmast, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Atommüll aus Jülich: Erste Castor-Transporte nach Ahaus starten nächste Woche

Atommüll aus dem stillgelegten Forschungszentrum Jülich wird bald nach Ahaus transportiert. Die ersten Lieferungen sind für nächste Woche geplant und markieren den Beginn einer lange vorbereiteten Transportaktion. Wie Behörden bestätigten, sollen in den kommenden Jahren 42 der insgesamt 80 vorgesehenen Castor-Behälter verlagert werden.

Die Verbringung folgt auf jahrelange Rechtsstreitigkeiten und politische Debatten über die Lagerung des Mülls. Trotz des Widerstands lokaler Initiativen hat die Bundesanstalt für kerntechnische Entsorgung (BfE) die Transportpläne nun finalisiert.

Das Forschungszentrum Jülich stellte seinen Versuchsreaktor bereits 1988 ab, doch der Atommüll lagert seitdem vor Ort – seit vier Jahrzehnten. Seit 2013 betreibt die Anlage ihr Zwischenlager ohne gültige Genehmigung, was Forderungen nach einer Verlegung auslöste. Da das Zentrum eine Verlängerung der Lagerung ablehnte, sahen sich die Behörden gezwungen, Alternativen zu suchen.

Insgesamt sollen 152 Behälter in über 50 Einzeltransporten verbracht werden, obwohl die Genehmigung für das Zwischenlager Ahaus 2036 ausläuft. Die erste Charge ist für April 2025 vorgesehen; die Routen führen über die Bundesstraße 256. Sowohl die Stadt Ahaus als auch Anti-Atomkraft-Aktivisten hatten versucht, die Verlegung zu blockieren, scheiterten jedoch mit Klagen.

Unterdessen hat die deutsche Atomdebatte neue Brisanz erhalten, nicht zuletzt durch Gespräche zwischen Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron. Kleine modulare Reaktoren (SMR) werden als mögliche Zukunftslösung diskutiert, doch bisher ist keiner in Betrieb. Ein Endlager für den Atommüll steht weiterhin nicht fest – vorerst bleibt man auf Übergangslösungen angewiesen.

Die ersten Transporte starten nächste Woche; bis März 2026 sollen 42 Behälter nach Ahaus gebracht werden. Die Aktion umfasst mehrere Fahrten auf festgelegten Strecken unter Aufsicht der BfE. Rechtsstreitigkeiten und politische Diskussionen hatten das Vorhaben verzögert, doch nun nimmt die Umsiedlung des Mülls konkrete Formen an.

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