Babyboomer droht Altersarmut: Jeder Zweite könnte unter 800 Euro Rente erhalten
Swantje WeinhageBabyboomer droht Altersarmut: Jeder Zweite könnte unter 800 Euro Rente erhalten
Fast die Hälfte der deutschen Babyboomer könnte im Ruhestand finanzielle Probleme bekommen. Ein neuer Bericht warnt, dass 5,1 Millionen Menschen dieser Generation künftig weniger als 800 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rente erhalten könnten. Viele drohen zudem in die Wohnungsarmut abzurutschen, da die Mieten bundesweit weiter steigen.
Die Zahlen verdeutlichen eine wachsende Krise für Rentner: Bereits über 760.000 Senioren sind auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Rentner. Experten prognostizieren einen weiteren Anstieg, sobald bis 2036 immer mehr Babyboomer – die zwischen 1955 und 1969 Geborenen – das Rentenalter erreichen.
Hohe Wohnkosten verschärfen die Lage zusätzlich. Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau, bezeichnet bezahlbaren Wohnraum als „das drängendste soziale Problem“ Deutschlands. Er fordert mehr Neubauprojekte, um die Krise zu entschärfen und das Wirtschaftswachstum zu stärken.
Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland: Dort könnte innerhalb des nächsten Jahrzehnts über eine Million Babyboomer von Wohnungsarmut bedroht sein.
Der Bericht unterstreicht die finanzielle Belastung für künftige Rentnergenerationen. Da bis zu 40 Prozent der Nachkriegsgeneration mit niedrigen Renten rechnen müssen, könnten viele sich den Wohnraum schlicht nicht mehr leisten. Politik und Gewerkschaften stehen nun unter Druck, sowohl die Rentenhöhe als auch den Wohnungsmangel zu lösen, bevor sich die Situation weiter zuspitzt.






