29 June 2026, 18:40

Bachmann-Preis 2024: Mutige Geschichten und ein spektakulärer Eklat

In Frontal Opposition zu Allem

Bachmann-Preis 2024: Mutige Geschichten und ein spektakulärer Eklat

Bachmann-Preis 2024: Höhere Qualität, dramatische Momente und starke Auftritte

In diesem Jahr zeigte der Bachmann-Preis eine spürbare Steigerung der Einreichungsqualität im Vergleich zum Vorjahr. Die Veranstaltung sorgte zudem mit dramatischen Szenen und überzeugenden Darbietungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Schlagzeilen.

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Die Jury bestand in diesem Jahr ausschließlich aus sieben Frauen. Zu den Preisträgerinnen zählte vor allem Schaette, die sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für ihren Text Was wir tragen erhielt. Ihre Geschichte begleitet zwei übergewichtige Schulmädchen, die sich ein Leben lang mit Diskriminierung und Gewalt auseinandersetzen müssen.

Magdalena Schrefel wurde für Kirschen, Herz in der Schlinge mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet – eine persönliche Reflexion über die Diagnose Brustkrebs und die Herausforderung, offen darüber zu sprechen. Ozan Zakariya Keskinkılıç gewann den Deutschlandfunk-Preis für Vater ohne Sohn, eine zurückhaltend, aber eindringlich erzählte Geschichte über die Kämpfe eines schwulen Vaters. Kinga Tóth erhielt den KELAG-Preis für ihren scharfsinnigen Sprachstil und die schonungslose Schilderung der alltäglichen Demütigungen eines „Ostblock-Mädchens“.

Die Lesungen verliefen nicht ohne Eklat: Slata Roschal übt in einer schonungslosen Kritik scharfe Angriffe auf das Literaturbetriebssystem, prangerte schlecht bezahlte Stipendien und magere Gewinnspannen für Autorinnen und Autoren an. Gleich nach ihrem Vortrag verkündete sie, sich der Jury nicht stellen zu wollen, und verließ demonstrativ die Bühne.

Der Bachmann-Preis unterstrich einmal mehr mutiges Erzählhandwerk und unvergessliche Auftritte. Die Preisträgerinnen wurden für ihre packenden Geschichten gewürdigt, während die Veranstaltung selbst die anhaltenden Debatten über Gerechtigkeit in der Literaturszene in den Fokus rückte.

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