02 February 2026, 06:34

Betrunkener Schiedsrichter wird zur Bremer Fußball-Legende

Ein Mann in einer roten und weißen Handballuniform steht auf einem Platz, umgeben von Zuschauern, mit einem roten Banner im Hintergrund, auf dem "Krasnoyarsk vs Bydgoszcz" steht, und sieht entschlossen aus.

Betrunkener Schiedsrichter wird zur Bremer Fußball-Legende

Ein skurriler Vorfall im Jahr 1975 sorgte dafür, dass Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder ein Bundesliga-Spiel unter Alkoholeinfluss leitete. Die Partie zwischen Werder Bremen und Hannover 96 im Bremer Weser-Stadion ging in die Annalen ein, nachdem Ahlenfelder eingestand, vor dem Spiel getrunken zu haben. Trotz des Skandals machte sein exzentrisches Auftreten ihn zu einer lokalen Legende.

Vor Anpfiff gestand Ahlenfelder, ein Bier und einen Malteser-Kräterlikör getrunken zu haben. Funktionäre versuchten, ihn nüchtern zu bekommen, indem sie ihm eine kalte Dusche verpassten und VapoRub auf seine Haut rieben, um den Alkoholgeruch zu überdecken. Doch einmal auf dem Platz, wurde sein Verhalten zunehmend unberechenbar.

Er zog Grimassen, knurrte Trainer an und pfiff sogar zur Halbzeitpause zum falschen Zeitpunkt. Fans und Medien wurden schnell auf ihn aufmerksam, Zeitungen tauften ihn zum "lustigsten Schiedsrichter der Liga". Werder Bremens damaliger Präsident Franz Böhmert soll die Situation eher amüsant als besorgniserregend gefunden haben.

Trotz der Kontroverse leitete Ahlenfelder in seiner Karriere noch 106 Bundesliga-Spiele. Nach diesem Vorfall pfiff er jedoch nie wieder ein Erstliga-Spiel. Sein lebhaftes und unberechenbares Wesen machte ihn zu einer unvergesslichen Figur im deutschen Fußball – bis zu seinem Rücktritt.

Jahrzehnte später lebt die Geschichte in Bremen weiter. Eine Kneipe in der Nähe des Weser-Stadions trägt heute seinen Namen, und wer dort einen "Ahlenfelder" bestellt, bekommt ein Bier mit einem Malteser-Kräterlikör – eine Tradition, die in dieser Woche ihr 50-jähriges Jubiläum feiert.

Ahlenfelders betrunkenes Schiedsrichter-Debakel wurde zu einer kuriosen Fußnote der Bundesliga-Geschichte. Der Vorfall beendete zwar nicht seine Karriere, festigte aber seinen Ruf als eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Fußballs. Noch heute ist sein Name mit einem lokalen Getränk und einer Kneipe verbunden – und hält so die Erinnerung für neue Generationen wach.