18 December 2025, 20:52

Beuys’ einzige DDR-Ausstellung: Ein kurzer Moment der künstlerischen Freiheit 1988

Papierkunstwerke und Skizzen, die auf einer Oberfläche angezeigt werden.

Beuys’ einzige DDR-Ausstellung: Ein kurzer Moment der künstlerischen Freiheit 1988

"Nach Beuys" – Eine Hommage

Der Werkstatt-Zyklus "After Beuys" in der Galerie Eigen+Art wurde als ein "Gegenentwurf" zum Versuch verstanden, Beuys vom "Ballast des erweiterten Kunstbegriffs" zu befreien.

1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys. Die Schau, die von Mitte Januar bis Mitte Mai lief, präsentierte 216 Exponate aus der Sammlung van der Grinten. Jahrelang war Beuys in der sozialistischen Kulturpolitik der DDR als "unerwünschte Person" eingestuft worden – die Ausstellung bildete eine seltene Ausnahme.

Die unter dem Titel "Beuys vor Beuys" konzipierte Schau war ursprünglich vom Land Nordrhein-Westfalen geplant worden. Nach Verhandlungen wurde sie in die DDR geholt, organisiert vom West-Berliner Kunsthändler Siegfried Salzmann. Die zwischen 1946 und 1966 entstandenen Arbeiten wurden zunächst im Berliner Marstall und später an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst gezeigt.

Die Ausstellung von 1988 bot dem DDR-Publikum einen begrenzten, aber beispiellosen Einblick in Beuys’ frühes Schaffen. Sie blieb die einzige offizielle Präsentation seiner Kunst in der DDR vor dem Mauerfall. Das Ereignis unterstrich sowohl die anhaltende Bedeutung des Künstlers als auch die Grenzen der damaligen Kulturpolitik.