Bochum ringt um faire Taxi-Preise: Uber, Taxis und die Suche nach Kompromissen
Swantje WeinhageBochum ringt um faire Taxi-Preise: Uber, Taxis und die Suche nach Kompromissen
Bochum prüft derzeit, wie sich die Preise zwischen traditionellen Taxis und Fahrvermittlungsdiensten wie Uber in Einklang bringen lassen. Der Stadtrat hat zwar bereits eine Höchstgrenze von 2,50 Euro pro Kilometer für beide festgesetzt, doch die Debatten über weitere Reformen gehen weiter. Ein Fachgutachten zu einem neuen Preismodell ist nun in Arbeit – die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet.
Am 15. März 2026 beschloss der Bochumer Stadtrat auf Initiative von Grünen und SPD eine Obergrenze von 2,50 Euro pro Kilometer für alle Fahrtdienste. Diese einheitliche Regelung steht im Kontrast zu Essen, wo FDP und CDU einen ähnlichen linksgerichteten Vorschlag blockierten. Dort kosten Taxifahrten weiterhin 3 Euro pro Kilometer, während die Preise der Vermittlungsdienste unreguliert bleiben.
Die Bochumer FDP plädiert unterdessen für mehr Flexibilität und schlägt vor, dass Taxis – ähnlich wie Uber – im Voraus vereinbarte, niedrigere Tarife anbieten könnten. Léon Beck, Vorsitzender des lokalen FDP-Verbands, behauptet, diese Lösung stoße auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Die Partei könnte bald eine Petition starten, um die Änderungen voranzutreiben.
Die Stadtverwaltung zeigt sich indes offen für eine Modernisierung der Taxivorschriften, um den Wettbewerbsdruck durch appbasierte Anbieter auszugleichen. Anders als in Essen, wo die Verhandlungen noch laufen, wird das Bochumer Gutachten vor dem Herbst alternative Preisstrukturen ausloten.
Die Ergebnisse des Fachgutachtens werden die nächsten Schritte Bochums in der Tarifregulierung prägen. Sollten die FDP-Vorschläge an Fahrt gewinnen, könnten Taxis künftig flexiblere Preismodelle nutzen. Bis dahin gilt für alle Anbieter die Deckelung von 2,50 Euro pro Kilometer.






