22 March 2026, 02:15

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie – und entlastet sich von Milliarden-Schulden

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie – und entlastet sich von Milliarden-Schulden

BP verkauft seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group – ein Deal, der rund 1.800 Mitarbeiter übergehen lässt. Der Schritt erfolgt, während der Energieriese seine Umstrukturierungspläne beschleunigt und die Ölpreise stark anziehen. Analysten bewerten das Unternehmen nach der Ankündigung positiver: Die HSBC stufte ihre Empfehlung von "Reduce" auf "Hold" hoch.

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Die Raffinerie in Gelsenkirchen, die jährlich bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, wechselt damit den Besitzer, während BP seine Desinvestitionsstrategie konsequent vorantreibt. Durch den Verkauf könnte sich der Konzern von bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten befreien – ein Grund für die HSBC, ihr Kursziel für BP anzuheben. Der Deal ist Teil eines größeren Plans, mit dem BP bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar veräußern will; davon sind bereits über 11 Milliarden gesichert.

Unterdessen bleibt der Ölmarkt volatil. Die Nordsee-Sorte Brent kletterte auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch Blockaden in der Straße von Hormus. Die US-Regierung reagierte mit einer 60-tägigen Ausnahmeregelung für den Jones Act, um die Treibstoffversorgung zu entlasten. Vor diesem Hintergrund hat BP sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 erhöht – ein Schritt, der die finanzielle Stabilität stärken und künftige Cashflows sichern soll.

Doch die Umstrukturierung verläuft nicht ohne Hindernisse. Nach gescheiterten Tarifverhandlungen sperrte BP rund 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Whiting-Raffinerie in Indiana aus, betont aber, dass die Produktion keine größeren Beeinträchtigungen erleiden werde. Auch das Investorenvertrauen schwankt: Seit 2024 unterliegt BP's Marktwert starken Schwankungen. Bedenken hinsichtlich der langfristigen Rentabilität, geopolitische Spannungen und die Entscheidung von Konzernchef Murray Auchincloss, die Ziele im Bereich erneuerbare Energien zurückzufahren, tragen zur Unsicherheit bei.

Der Verkauf der Raffinerie an die Klesch Group markiert einen wichtigen Meilenstein in BP's Desinvestitionsstrategie und soll Schulden abbauen sowie die finanzielle Perspektive verbessern. Angesichts hoher Ölpreise und beschleunigter Restrukturierungsmaßnahmen konzentriert sich das Unternehmen nun auf die Stärkung der Bilanz. Wie sich diese Schritte langfristig auswirken, hängt von den Marktbedingungen und der Reaktion der Anleger in den kommenden Monaten ab.

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