20 December 2025, 20:24

Budgetvorschlag 2026: Unsere Stadtverwaltung bleibt trotz Defizit leistungsfähig

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Masten, Straßen, Fahrzeugen und Himmel.

Budgetvorschlag 2026: Unsere Stadtverwaltung bleibt trotz Defizit leistungsfähig

Haushaltsentwurf 2026: Güterslohs Stadtverwaltung bleibt trotz Defizit handlungsfähig

Keine Steuererhöhungen, hohe Investitionen und klare Forderungen an Bund und Land

  1. Dezember 2025

Gütersloh hat den Entwurf für den Haushalt 2026 vorgestellt – mit einem Defizit von 21,2 Millionen Euro. Die Stadt plant, die Lücke durch bestehende Rücklagen zu schließen, ohne in den kommenden Jahren die Steuern zu erhöhen. Doch die Verwaltung warnt: Der finanzielle Druck werde steigen, da Bund und Land immer mehr Aufgaben auf die Kommunen übertragen, ohne ausreichend Mittel bereitzustellen.

Der vorgesehene Etat umfasst Ausgaben in Höhe von 438,2 Millionen Euro, darunter 85 Millionen Euro für Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen. Da die Rücklagen jedoch voraussichtlich bis 2028 aufgebraucht sein werden, könnte die Stadt bis 2029 bis zu 192 Millionen Euro aufnehmen müssen, um den Haushalt auszugleichen.

In den vergangenen Jahren hat Gütersloh rund 250 Millionen Euro in die Sanierung und Modernisierung von Schulen investiert. Dennoch belasten steigende Kosten durch unfinanzierte Pflichtaufgaben – wie die Einführung der ganztägigen Grundschulbetreuung oder Änderungen im Kinderbildungsgesetz – den Stadthaushalt erheblich. Bürgermeister und Kämmerer kritisieren offen, dass sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalens die Kommunen mit finanziellen Lasten alleinlassen.

Der Haushalt 2026 sieht vor, die aktuellen Steuersätze für Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnimmobilien unverändert zu lassen. Steuererhöhungen seien weder für 2026 noch für die folgenden Jahre geplant, betonen die Verantwortlichen. Stattdessen fordert die Stadt, dass Bund und Land sich stärker an den Kosten für neue kommunale Verpflichtungen beteiligen.

Für die kommenden Jahre hat Gütersloh mehrere zentrale Projekte definiert: Dazu gehören der Rückkauf des städtischen Versorgungsbetriebs, der Neubau einer Feuerwehrwache sowie die Erweiterung des Rathausfoyers, um dort Polizeidienststellen unterzubringen. Zudem soll die Zukunft des Kulturzentrums Weberei gesichert werden. Parallel zu diesen Investitionen will die Stadt ihre langfristige Strategieplanung stärken und eng mit politischen Akteuren zusammenarbeiten, um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten. In den nächsten drei Jahren wird mit einer kurzfristigen Kreditaufnahme von rund 152 Millionen Euro gerechnet. Ohne zusätzliche Unterstützung droht jedoch, dass die Rücklagen bis 2028 vollständig aufgebraucht sind – und die Stadt auf Kredite angewiesen sein wird, um ihre Leistungen aufrechtzuerhalten.

Der Haushalt 2026 zeigt: Gütersloh setzt weiterhin auf Investitionen, steht aber vor wachsenden finanziellen Herausforderungen. Zwar kann das aktuelle Defizit noch durch Rücklagen ausgeglichen werden, und Steuererhöhungen bleiben vorerst aus. Doch ohne höhere Zuweisungen von Bund und Land werden Kredite nötig sein, um in den kommenden Jahren essenzielle Projekte und Dienstleistungen zu finanzieren.