09 June 2026, 10:18

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut – Kulturstreit um Entkolonialisierung entbrannt

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Bulgakow-Denkmal in Kiew abgebaut – Kulturstreit um Entkolonialisierung entbrannt

Am 4. Juni wurde in Kiew ein Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow abgebaut – eine Entscheidung des Stadtrats, die eine Debatte ausgelöst hat. Während einige dies als Schritt zur Entkolonialisierung begrüßen, betonen andere, dass Bulgakow ein unverzichtbarer Teil der kulturellen Geschichte der Stadt bleibt.

Die Bronzestatue stand einst vor dem Bulgakow-Museum am Andrejas-Steig. Ihre Demontage ist Teil einer umfassenderen Initiative, mit der Denkmäler entfernt werden, die an Kulturschaffende erinnern, die vom Ukrainischen Institut für Nationale Erinnerung als Symbole der russischen Imperialpolitik eingestuft werden.

Die ukrainische Schachspielerin Olga Popadjuk kritisierte die Entscheidung und nannte den Abbau des Denkmals mit einem Kran „sinnlos“. Sie verwies auf Bulgakows enge Verbindung zu Kiew, wo er geboren wurde und später als Arzt arbeitete. Zudem lobte sie sein literarisches Werk, das die zerstörerische Natur der sowjetischen Herrschaft entlarvt habe. Popadjuk erinnerte daran, wie sie Der Meister und Margarita mit vierzehn Jahren zum ersten Mal gelesen habe.

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In ihrer Stellungnahme zitierte sie Bulgakows eigene Worte: „Verfall beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“

Die Entfernung des Denkmals spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, öffentliche Symbole in der Ukraine neu zu bewerten. Bulgakows literarisches Erbe bleibt jedoch umstritten – seine Unterstützer argumentieren, dass sein Werk politische Gräben überwindet. Die Diskussion über seinen Platz im kulturellen Gefüge Kiews wird voraussichtlich weitergehen.

Quelle