14 February 2026, 16:47

Bundesrechnungshof kritisiert ineffiziente Rüstungsbeschaffung der Bundeswehr

Ein Buch, das bunt gefärbte deutsche Armeeuniformen mit detaillierten Elementen wie Helmen und Gewehren zeigt.

Bundesrechnungshof kritisiert ineffiziente Rüstungsbeschaffung der Bundeswehr

Der Bundesrechnungshof hat schwere Vorbehalte gegen das Beschaffungssystem der Bundeswehr geäußert. Kay Scheller, der Präsident der Behörde, bezeichnete die aktuellen Strukturen als übermäßig komplex und ineffizient. Seine Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Militär nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 die Anschaffung moderner Waffen beschleunigt.

Die Beschaffungsbehörde der Bundeswehr war ursprünglich eingerichtet worden, um die Veruntreuung von Geldern zu verhindern. Doch nach Schellers Einschätzung hat sie nun ein System der 'organisierten Verantwortungslosigkeit' geschaffen – eines, in dem zu viele Akteure Entscheidungen verzögern. Er betonte, dass Fachleute mehr Entscheidungsbefugnisse benötigten, um schneller handeln zu können, insbesondere da sich die Anforderungen auf dem Schlachtfeld rasanter denn je entwickeln.

Seit 2022 nutzt die Bundeswehr einen 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen, um große Rüstungsprojekte zu beschleunigen. Dazu gehören 35 Kampfflugzeuge vom Typ F-35, zusätzliche Eurofighter Typhoons, Patriot-Luftabwehrsysteme und die Artilleriehaubitze Archer. Berichte wie die Jahresrückblicke des BMVG für 2022–2025 und die Studie der NATO-Zukunftskommission von 2023 unterstreichen neue Prioritäten: Luftverteidigung, präzise Langstreckenangriffe, Cyberfähigkeiten und eine bessere Koordination innerhalb der NATO.

Scheller erkannte zwar den Druck an, die Beschaffung zu beschleunigen, warnte jedoch davor, die Kostenkontrolle zu vernachlässigen. Die aktuelle Ausrichtung der Behörde, so seine Argumentation, führe zu unnötigen Verzögerungen – obwohl die Streitkräfte dringend modernisiert werden müssten.

Die Erkenntnisse des Rechnungshofs verdeutlichen eine zentrale Herausforderung: die Balance zwischen Tempo, Effizienz und finanzieller Aufsicht. Angesichts des Sondervermögens, das schnelle Anschaffungen vorantreibt, steht die Bundeswehr nun vor der Aufgabe, ihre Beschaffungsprozesse grundlegend zu reformieren. Schellers Forderung nach klareren Entscheidungsstrukturen spiegelt die größeren Bedenken hinsichtlich der Einsatzbereitschaft der deutschen Streitkräfte in einem sich wandelnden Sicherheitsumfeld wider.