26 February 2026, 04:57

Bundesweiter Apotheken-Streik am 23. März 2026: Warum Patienten jetzt leiden könnten

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, darunter ein paar Flaschen und eine Spritze.

Bundesweiter Apotheken-Streik am 23. März 2026: Warum Patienten jetzt leiden könnten

Apotheken in ganz Deutschland schließen am 23. März 2026 für einen Protesttag

Am 23. März 2026 bleiben Apotheken in ganz Deutschland für einen eintägigen Warnstreik geschlossen. Die von Branchenverbänden organisierte Aktion soll auf die wachsenden finanziellen Belastungen und den Personalmangel aufmerksam machen. Apotheker warnen: Ohne Kurswechsel werde sich die Versorgung der Patienten weiter verschlechtern.

Die Krise im deutschen Apothekensektor hat sich in den vergangenen zehn Jahren zugespitzt. Seit 2013 mussten fast 20 Prozent aller Apotheken schließen – allein 2025 waren es 502 Schließungen. Ende desselben Jahres blieben nur noch 16.601 Apotheken übrig. Steigende Kosten und seit Jahren stagnierende Erstattungssätze haben ein Viertel der verbleibenden Apotheken in schwere finanzielle Schwierigkeiten gebracht; zehn Prozent arbeiten mittlerweile mit Verlusten.

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Die festgelegten Erstattungspreise sind seit über 20 Jahren kaum gestiegen, während sich die Personal- und Betriebskosten um 65 Prozent erhöhten. Lieferengpässe und bürokratische Hürden haben die Arbeitsbelastung zusätzlich verschärft, sodass das Personal am Limit arbeitet. Jede Schließung zwingt Patienten, weitere Wege in Kauf zu nehmen, längere Wartezeiten zu akzeptieren oder auf Leistungen wie Impfungen zu verzichten.

Am 23. März 2026 beteiligen sich alle Apotheken – mit Ausnahme der Notdienste – am Streik. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) hat bestätigt, dass seine Mitglieder teilnehmen werden. In Düsseldorf ist zudem eine Großdemonstration geplant, zu der die Organisatoren die Bevölkerung aufrufen, durch Teilnahme oder Unterzeichnung einer Online-Petition Solidarität zu zeigen.

Die Apotheker betonen, dass es bei dem Protest um den Erhalt der Patientenversorgung gehe. Ohne fairere Finanzierung und weniger Bürokratie werde der Zugang zu essenziellen Leistungen weiter abnehmen, warnen sie.

Der bundesweite Streik wird nahezu alle Apotheken für einen Tag lahmlegen. Die Organisatoren hoffen, dass die Aktion die Politik zum Handeln bewegt – etwa bei der Anpassung der veralteten Gebühren und der steigenden Kosten. Ohne Gegenmaßnahmen drohen weitere Schließungen und ein noch stärkerer Rückgang des Angebots.