Charli XCX gerät nach Berlinale-Party in politische Kontroverse um russische Verbindungen
Eva-Maria TrübCharli XCX gerät nach Berlinale-Party in politische Kontroverse um russische Verbindungen
Popstar Charli XCX besuchte nach der Premiere ihres satirischen Mockumentary-Films The Moment eine Aftershow-Party in Berlin – doch die Veranstaltung sorgte später für Aufsehen, nachdem Berichte den Gastgeber mit einer vom russischen Staat finanzierten Organisation in Verbindung brachten. Sowohl die Sängerin als auch die Veranstalterin haben sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert.
Der unter der Regie von Aidan Zamiri entstandene Film feierte seine Premiere auf der Berlinale, bevor es zur umstrittenen Feier kam.
Organisatorin der Aftershow-Party war Anastasia Shevtsova, deren Mutter Zhanna Shevtsova die Traditsiya-Stiftung leitet – eine vom russischen Staat unterstützte Einrichtung. Nach Fragen zu möglichen politischen Verstrickungen distanzierte sich Shevtsova öffentlich von der Debatte. Sie betonte, weder in die Arbeit ihrer Mutter noch in die Aktivitäten der Stiftung involviert zu sein.
Charli XCX reagierte mit einer Stellungnahme, in der sie klarstellte, dass weder sie noch ihr Team von den angeblichen Verbindungen gewusst hätten. Die Künstlerin bekräftigte ihre Ablehnung der russischen Regierungspolitik in der Ukraine und zeigte sich solidarisch mit dem ukrainischen Volk. Zudem wies sie darauf hin, dass The Moment – eine satirische Abrechnung mit der Musikbranche – keinerlei politischen Bezug habe.
Abseits der Kontroverse veröffentlichte Charli XCX kürzlich ein Begleitalbum zum Film Wuthering Heights, auf dem auch eine Zusammenarbeit mit Sky Ferreira zu hören ist. The Moment selbst erhielt von NME drei Sterne – gelobt wurden vor allem die memetauglichen Szenen und die Performance der Künstlerin.
Bisher gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass die Traditsiya-Stiftung mit aktuellen kulturellen oder gesellschaftlichen Initiativen in Russland in Verbindung steht. Suchergebnisse verweisen stattdessen auf unbelegte Verschwörungstheorien, darunter Diskussionen über Podcasts und angebliche Agenten.
Der Vorfall um die Aftershow-Party wirft einmal mehr die Frage nach den Schnittstellen zwischen kulturellen Veranstaltungen und politischen Akteuren auf. Sowohl Charli XCX als auch Anastasia Shevtsova wiesen jede bewusste Verbindung zu russischen Regierungsinteressen zurück. Unterdessen läuft The Moment weiterhin als satirisches Projekt – losgelöst von der Debatte.






