Claas und Schmitz Cargobull setzen auf KI für effizientere Produktion in NRW
Ladislaus DowergClaas und Schmitz Cargobull setzen auf KI für effizientere Produktion in NRW
Zwei große Landmaschinenhersteller, Claas und Schmitz Cargobull, haben neue KI-gestützte Systeme eingeführt, um ihre Produktion effizienter zu gestalten. Die Innovationen entstanden im Rahmen des Projekts Data Factory NRW, das 51 praxistaugliche Anwendungen für den Fabrikbetrieb entwickelte. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte die Initiative mit 9,2 Millionen Euro.
Das Projekt Data Factory NRW wurde vom Technologienetzwerk it’s OWL geleitet und umfasste Unternehmen wie NTT DATA Business Solutions, Duvenbeck Logistik sowie mehrere Fraunhofer-Institute. Ziel war es, Künstliche Intelligenz in die Fabrikplanung, Produktion, Logistik und Unternehmensarchitektur zu integrieren. Die KI-Kompetenzplattform AI.NRW zeichnete das Vorhaben später als Leuchtturmprojekt aus.
Claas hat bereits an 120 Arbeitsplätzen am Standort Harsewinkel ein Assistenzsystem für Mitarbeiter eingeführt. Das System digitalisiert Abläufe bei der Mähdrescher-Produktion und stellt Anweisungen über eine Weboberfläche bereit. Aktuell testet das Unternehmen einen generativen KI-Chatbot, der in Echtzeit Montageanleitungen geben soll. Geplant ist eine internationale Ausweitung des Systems. Schmitz Cargobull hingegen entwickelte am Standort Vreden ein digitales Fabrikmodell – eine gemeinsame Datenplattform, die die Produktionsplanung unterstützt und Arbeitsprozesse optimiert. Das Gesamtbudget des Projekts betrug 14,5 Millionen Euro, wobei das Land einen erheblichen Teil übernahm. Das Netzwerk it’s OWL strebt an, diese Lösungen auf kleine und mittlere Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zu übertragen, um die Fertigungsprozesse in der Region zu modernisieren.
Aus dem Projekt Data Factory NRW sind bereits 51 funktionsfähige Anwendungen hervorgegangen – von Schichtplanung bis zur Qualitätssicherung. Claas und Schmitz Cargobull setzen die Fortschritte nun in ihren Werken um, weitere Erweiterungen sind geplant. Die Investitionen des Landes und die Einbindung von Forschungspartnern deuten auf eine breitere Einführung in naher Zukunft hin.