Coca-Cola-Chef prangert Deutschlands Bürokratie-Monster und Investitionshemmnisse an
Ladislaus DowergCoca-Cola-Chef prangert Deutschlands Bürokratie-Monster und Investitionshemmnisse an
John Galvin, der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP), hat die hiesigen Wirtschaftsbedingungen scharf kritisiert. Überbürokratie, hohe Kosten und zähe Genehmigungsverfahren bezeichnete er als zentrale Hindernisse für Unternehmen. Seine Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem führende Wirtschaftskreise vor einer zunehmenden Schwächung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit warnen.
Galvin, der seit Juni 2022 die Geschäftsführung von CCEP Deutschland innehat, führte an, dass selbst einfache Vorhaben – etwa das Versetzen eines Zauns, das Beschneiden von Bäumen oder die Reparatur eines Daches – zu langwierigen Kraftakten würden. Mehrere Behörden und komplizierte Vorschriften verzögerten oft monatelang scheinbar einfache Projekte. Zudem belasteten steigende Strompreise, hohe Lohnkosten und ein Anstieg der Krankentage die Unternehmen zusätzlich.
Seine Kritik richtete sich auch gegen die Bundesregierung, der er vorwirft, zu wenig für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen zu tun. Zwar begrüßte er die jüngste Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz, Bürokratie abzubauen, doch betonte er, dass nun konkrete Taten folgen müssten. Galvin beschrieb die vorherrschende Behördenmentalität als "feindselig" – Beamte agierten oft so, als sei es ihre Aufgabe, Unternehmen "einzuhegen" statt sie zu unterstützen. Trotz dieser Herausforderungen plant CCEP keine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Das Unternehmen beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter an 24 Standorten in Deutschland und bleibt investitionsbereit.
Peter Leibinger, Präsident des Industrieverbands BDI, unterstützte Galvins Kritik. Die wirtschaftliche Lage Deutschlands bezeichnete er als die schlechteste seit Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949.
Galvins Vorwürfe unterstreichen die wachsende Unzufriedenheit in der Wirtschaft mit der deutschen Wirtschaftspolitik. Zwar hält CCEP am Standort fest, doch die Forderungen nach schnelleren Reformen und sinkenden Kosten werden lauter. Die Regierung steht nun unter Druck, ihre Deregulierungsversprechen endlich in die Tat umzusetzen.