09 February 2026, 20:44

Datenschutzbeauftragte warnt vor Machtmissbrauch durch neue Sicherheitsgesetze

Ein rundes rotes Schild an einem Gebäude mit der Aufschrift "Transport Trust"

Datenschutzbeauftragte warnt vor Machtmissbrauch durch neue Sicherheitsgesetze

Bettina Gayk, die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von Nordrhein-Westfalen, hat schwere Bedenken gegen jüngste Gesetze geäußert, die die Befugnisse von Sicherheitsbehörden ausweiten. Sie argumentiert, dass unklare rechtliche Grenzen das öffentliche Vertrauen untergraben und den verfassungsmäßigen Schutz der Bürgerinnen und Bürger schwächen.

Im Jahr 2025 gingen in Gayks Behörde über 18.000 Anfragen ein – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Allein die Beschwerden über Datenschutzverstöße stiegen um mehr als 60 Prozent. Diesen Anstieg führt sie auf die wachsende Verunsicherung zurück, wie staatliche Stellen mit persönlichen Daten umgehen.

Gayk kritisiert scharf die neuen Regelungen zum Verfassungsschutz und zu Polizeibefugnissen. Sie wirft den Gesetzgebern vor, ihre Empfehlungen ignoriert zu haben, die darauf abzielten, Sicherheitsmaßnahmen mit verfassungsrechtlichen Grenzen in Einklang zu bringen. Ohne präzise gesetzliche Definitionen, warnt sie, könnten Behörden ihre Kompetenzen überschreiten.

Zudem weist sie die Behauptung zurück, Datenschutz behindere die Sicherheit. Beide Aspekte, betont sie, müssten nebeneinander bestehen, um den Rechtsstaat zu wahren. Gayk lehnt Vorschläge, ihr Amt abzuschaffen, entschieden ab und unterstreicht dessen Bedeutung für den Schutz der Bürgerrechte und das Vertrauen in staatliche Institutionen.

Die Warnungen der Beauftragten verdeutlichen die Spannungen zwischen Sicherheitserfordernissen und bürgerlichen Freiheitsrechten. Angesichts steigender Beschwerden und unter Druck geratener rechtlicher Schutzmechanismen setzt sich ihre Behörde weiterhin für klarere Regeln zur staatlichen Machtausübung ein. Die Debatte über die Balance zwischen Schutz und Kontrolle bleibt damit ungelöst.