Denkmalgeschützte Autobahnkirche im Ruhrgebiet steht für 780.000 Euro zum Verkauf
Ehrentraud ZirmeDenkmalgeschützte Autobahnkirche im Ruhrgebiet steht für 780.000 Euro zum Verkauf
Historische Autobahnkirche im Ruhrgebiet zum Verkauf – Gemeinde kann Unterhalt nicht mehr tragen
Eine denkmalgeschützte Autobahnkirche im Ruhrgebiet steht zum Verkauf, nachdem die zuständige Kirchengemeinde die laufenden Kosten nicht mehr aufbringen konnte. Die Epiphanias-Gemeinde, der das im Bauhaus-Stil errichtete Gebäude gehört, bietet es für genau 780.000 Euro an – ohne zusätzliche Nebenkosten. Die Kirche bleibt zwar weiterhin täglich für Reisende geöffnet, doch ihre Zukunft ist ungewiss.
Die Epiphanias-Gemeinde hatte sich im vergangenen Jahr mit einer Nachbargemeinde zusammengeschlossen und ist seitdem für zwei Kirchengebäude und die damit verbundenen Ausgaben verantwortlich. Durch sinkende Mitgliederzahlen und rückläufige Besucherzahlen reichen die Spenden jedoch nicht mehr aus, um die Instandhaltungskosten zu decken. Als Freikirche erhält die Gemeinde keine staatlichen Zuschüsse und ist vollständig auf private Zuwendungen angewiesen.
Zum Verkaufsobjekt gehören die markante Bauhaus-Kirche, eine Orgel, historische Gussstahlglocken aus den 1930er-Jahren sowie ein dreistöckiges Gemeinschaftszentrum mit jeweils fast 140 Quadratmetern Fläche pro Etage. Seit 2010 als Autobahnkirche ausgewiesen, liegt das Gebäude zudem an der Route der Industriekultur. Zu den regelmäßigen Angeboten zählen eine jährliche Gedenkveranstaltung für Verkehrsopfer und besondere Gottesdienste für Motorradfahrer.
Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, darf ein neuer Eigentümer es nicht abreißen. Die mit dem Verkauf beauftragte Immobilienmaklerin hat bereits erste Anfragen erhalten – mögliche Nutzungen könnten Veranstaltungen oder Aufführungen sein. Die einzigartige Lage in der Nähe der Autobahn A40 macht die Kirche zu einem besonderen Ort für Reisende und Besucher.
Der Verkauf markiert einen Einschnitt für die Kirche, die seit über einem Jahrzehnt Rastenden und Nachdenklichen als spiritueller Rückzugsort dient. Der neue Besitzer übernimmt zwar ein historisch wertvolles, denkmalgeschütztes Gebäude, muss dabei aber auch dessen Erhalt auflagengetreu sicherstellen. Die Entscheidung der Gemeinde spiegelt die wachsenden finanziellen Belastungen wider, unter denen immer mehr kleinere religiöse Gemeinschaften in der Region leiden.






