Derby-Chaos in Köln: Boykott, Polizei-Proteste und die fünfte Niederlage in Serie
Swantje WeinhageDerby-Chaos in Köln: Boykott, Polizei-Proteste und die fünfte Niederlage in Serie
Kölner Derby-Tag zum Vergessen
Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhen beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? „Nein!“ betonte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän noch keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken über die Situation einiger Kölner Fans, die aufgrund eines Boykotts bei der verdienten 0:2-Niederlage (0:0) ihres Teams bei Bayer Leverkusen auffällig abwesend waren.
Veröffentlichungsdatum: 14. Dezember 2025, 04:10 Uhr MEZ
Stichworte: Sport, Fußball, europäische Ligen
Am Samstagabend eskalierten die Spannungen beim Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen. Ein Fan-Boykott und Auseinandersetzungen mit der Polizei überschatten die Partie, die mit einer 0:2-Niederlage für die Kölner endete. Abseits des Platzes sorgten Streitigkeiten über Sicherheitskontrollen für Proteste, während die Mannschaft auf dem Feld weiterhin ohne Sieg in fünf Spielen blieb.
Die Probleme begannen bereits vor Anpfiff, als die Polizei bei zwei bekannten Köln-Fans am Gästeeingang intensive Kontrollen durchführte. Dabei wurden passive Waffen und eine Sturmhaube gefunden; ein Fan soll sich angeblich die Hose heruntergezogen haben. Später behaupteten Fans, es habe sich um „Entblößungen“ gehandelt – die Polizei wies dies als „nackte Kontrollen“ zurück. Als Reaktion boykottierten rund 500 aktive Kölner Anhänger das Spiel, sodass der Gästeblock nahezu leer blieb.
In der Halbzeit zeigten Leverkusens Ultra-Fans Solidarität, indem sie den Block verließen – eine weitere Protestaktion gegen die aus ihrer Sicht überzogenen Sicherheitsmaßnahmen. Kölns Sportdirektor Thomas Kessler nannte die Situation „befremdlich“ und betonte, dass dies nicht dem Geist des Fußballs entspreche. Trainer Lukas Kwasniok räumte ein, dass die fehlende Unterstützung spürbar war, zweifelte jedoch daran, dass sie das Ergebnis verändert hätte.
Auf dem Platz setzten sich die Probleme des FC fort: Mit der fünften Bundesliga-Niederlage in Serie bleibt die Krise bestehen. Ein spektakuläres „Skorpion-Kick“ von Martin Terrier besiegelte Leverkusens Sieg und ließ selbst Kölns Mittelfeldspieler Eric Martel in Bewunderung verfallen. Trotz der Rückschläge betonte Torhüter Marvin Schwäbe, dass es im Team „keine Unruhen“ gebe.
Mit nur fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz richtet Köln den Blick nun auf das letzte Spiel des Jahres gegen Union Berlin am kommenden Samstag. Der Verein ist entschlossen, vor der Winterpause dringend benötigte Punkte zu holen.
Das Rhein-Derby offenbarten sowohl die Fan-Unruhen als auch die sportlichen Probleme des 1. FC Köln. Während Polizeikontrollen Proteste auslösten, rückt die Mannschaft durch die Siegesserie immer näher an den Abstiegskampf heran. Das nächste Spiel gegen Union Berlin wird entscheidend sein, um vor der Saisonpause wieder Tritt zu fassen.






