13 February 2026, 12:55

Deutsche Brauereien kämpfen ums Überleben – doch alkoholfreies Bier bringt Hoffnung

Ein Plakat, das Bier in Amsterdam bewirbt, mit einer Gruppe von Menschen, einige halten Gläser und andere Gegenstände, sowie Text und ein Logo.

Deutsche Brauereien kämpfen ums Überleben – doch alkoholfreies Bier bringt Hoffnung

Deutsche Brauereien durchleben das schwerste Jahr seit Jahrzehnten – der Bierabsatz bricht ein

2025 verzeichnete die Branche einen Rückgang des Bierkonsums um sechs Prozent – der stärkste Einbruch seit der Wiedervereinigung. Vor allem kleine Brauereien in Lübbecke und Bielefeld kämpfen ums Überleben, viele mussten bereits endgültig schließen.

Doch mitten in der Krise eröffnen sich für einige neue Chancen. Die Barre Brauerei und die Bielefelder Braumanufaktur steigern die Produktion von alkoholfreiem Bier, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. Für beide ist es ein Rettungsanker in einem schrumpfenden Markt.

Der Einbruch bei traditionellem Bier trifft die Branche hart. Christoph Barre, Geschäftsführer der Barre Brauerei, warnt vor einer bevorstehenden Insolvenzwelle. Um dagegenzuhalten, setzt sein Betrieb stärker auf Regionalität: Führungen, Messeauftritte und Merchandising-Artikel gewinnen an Bedeutung. Barre pocht zudem auf Unabhängigkeit und lehnt Übernahmeangebote großer Konzerne ab.

Die Bielefelder Braumanufaktur geht einen anderen Weg. Gründer Mike Cacic sieht in alkoholfreiem Bier bald das umsatzstärkste Produkt. Die Brauerei positioniert sich neu – nicht mehr nur als Bierhersteller, sondern als Getränkeproduzent. Dieser Wandel spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Seit 2020 ist der Marktanteil von alkoholfreiem Bier von 1,5 auf über 3,5 Prozent (2025) gestiegen. Wachstumsraten von 15 bis 20 Prozent pro Jahr sind mittlerweile üblich, mit Nordrhein-Westfalen und Bayern an der Spitze – regional liegt der Anteil sogar schon bei fünf Prozent.

Für beide Brauereien ist die Wende zum Alkoholfreien mehr als bloße Notlösung. Sie reagieren damit auf veränderte Konsumgewohnheiten, bei denen gesundheitsbewusste Trinker die Nachfrage vorantreiben. Doch die Zukunft bleibt ungewiss: Während der Absatz klassischer Biere weiter sinkt, wird der Wettbewerb immer härter.

Die Krise der Braubranche zeigt keine Anzeichen einer Entspannung – 2025 markiert ein weiteres Jahr des starken Rückgangs. Betrieben wie Barre und der Bielefelder Braumanufaktur, die sich anpassen, könnte alkoholfreies Bier den Weg in die Zukunft weisen. Ihr Erfolg wird mitentscheiden, ob kleine, regionale Brauereien im zunehmend schwierigen Markt überleben – oder verschwinden.