DHL-Chef wehrt sich gegen Kritik an Zustellproblemen der Bahn und fordert Reformen
Swantje WeinhageDHL-Chef wehrt sich gegen Kritik an Zustellproblemen der Bahn und fordert Reformen
DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat sich gegen die jüngste Kritik an den Zustelldiensten der Deutschen Bahn ausgesprochen. Er wies Beschwerdestatistiken als irreführend zurück und äußerte sich zugleich zu den grundlegenden Veränderungen in der Briefbranche. Seine Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund von Berichten über rund 23.000 Beschwerden zu Beginn des Jahres 2025.
Laut Bundesnetzagentur gingen in der ersten Jahreshälfte 2025 etwa 23.000 Beschwerden über die Deutsche Bahn ein. Meyer bezeichnete die Darstellung dieser Zahlen als "ziemlich besorgniserregend" und argumentierte, sie vermittelten ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Zudem kritisierte er, dass die Behörde keine Details zu den Ursachen der Beschwerden preisgebe.
Meyer räumte zwar Verspätungen bei der Zustellung während der Sommermonate ein, betonte jedoch, dass diese Probleme inzwischen behoben seien. Im Anschluss lenkte er den Fokus auf den langfristigen Rückgang des Briefaufkommens, der durch die digitale Kommunikation vorangetrieben werde. Um sich anzupassen, führt die DHL nun Brief- und Paketzustellungen zusammen – ein Schritt, den Meyer als notwendig für mehr Effizienz bezeichnete. Zum Thema Versandvorschriften sprach er sich für eine Senkung des gesetzlichen Gewichtslimits für Pakete auf 20 Kilogramm aus. Allerdings merkte er an, dass die Bundesregierung zu diesem Vorschlag noch keine klare Position bezogen habe. Ohne einheitliche politische Unterstützung bleibt die Umsetzung ungewiss.
Meyers Äußerungen unterstreichen die Spannungen zwischen der Deutschen Bahn und den Regulierungsbehörden in der Frage des Beschwerdemanagements. Das Unternehmen passt seine Abläufe weiterhin an den sinkenden Briefversand und die sich wandelnden Zustellanforderungen an. Bisher gibt es noch keine offizielle Entscheidung zur vorgeschlagenen Gewichtsbegrenzung.