17 June 2026, 16:35

"Die Parabel des Säure": Wie dick sein auf der Bühne zum politischen Statement wird

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"Die Parabel des Säure": Wie dick sein auf der Bühne zum politischen Statement wird

Eine mutige neue Bühnenperformance: Die Parabel des Säure erkundet das Leben und die Identität dicker Menschen

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Unter der Regie von Rébecca Chaillon, einer bekannten Größe des experimentellen Theaters, setzt sich die Produktion Die Parabel des Säure (Originaltitel: La Parabole du Seum) mit Themen wie Körperbild, Diskriminierung und Glauben auseinander. Der Titel spielt vielschichtig mit Anklängen an religiöse Gleichnisse, Frustration und sogar Satellitenschüsseln.

Inspiriert von Octavia Butlers Roman Die Parabel der Säerin (Parable of the Sower) lotet das Stück die Kraft des Glaubens im Alltag aus. Auf der Bühne agieren Darsteller:innen in goldener Unterwäsche in einer Reihe markanter Szenen: Sie entschuldigen sich für ihre Körper, teilen persönliche Kämpfe mit Essen und inszenieren Ausschnitte aus The Biggest Loser in grotesk überzeichneter Manier. Ein Höhepunkt: Julie Teuf reicht dem Publikum Butter, lädt zum Kosten ein und verlost Lebensmittel im Wert eines Zehntels des Körpergewichts der Gewinner:innen – eine direkte Verknüpfung mit den zentralen Themen der Aufführung.

Mit einer Spieldauer von fast drei Stunden wechselt die Inszenierung zwischen berührenden, atemberaubenden und mitunter zähen Momenten. Den Abschluss bilden die Performenden in Bodybuilder-Posen, die beim Publikum ein Wirrwarr aus Emotionen hinterlassen. Chaillons Regie, bekannt für ihre Auseinandersetzung mit Identität und Diskriminierung, sorgt dafür, dass das Stück durchgehend provokant und zum Nachdenken anregend bleibt.

Die Performance stellt gesellschaftliche Vorstellungen von Dicke und Selbstwert infrage. Durch eine Mischung aus Absurdität, Bekenntnissen und Publikumseinbindung zwingt sie zur Konfrontation mit gesellschaftlichen Haltungen. Die Verlosung, die Butter, die Posen – alles sind kühne Aussagen über Maßstäbe, Wert und Dasein.

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