21 December 2025, 15:21

Digitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

Eine Datenkarte ist an einen Laptop angeschlossen.

Digitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang

Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Fortschritte bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung zwar grundsätzlich begrüßt – von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem defekt in den Regalen stehen.

Die Bundesregierung und die Länder haben den DigitalPakt 2.0 beschlossen, ein mit fünf Milliarden Euro ausgestattetes Programm zur Modernisierung der digitalen Infrastruktur an Schulen. Das Abkommen soll bis 2030 Reparaturen, Neubeschaffungen und Lehrerfortbildungen finanzieren. Doch in Städten wie Solingen stößt die Ankündigung eher auf verhaltenen Optimismus als auf Jubel.

Monatelang kämpften Solinger Schulen mit veralteter Technik und kaputten Geräten. Verzögerungen bei Reparaturen und Ersatzbeschaffungen ließen Klassenzimmer ohne funktionierende digitale Werkzeuge zurück – zur Frustration von Lehrkräften und Schülern. Der neue Pakt bietet nun fünf Jahre Planungssicherheit und gibt den Kommunen eine klarere Perspektive für die Modernisierung.

Das Gesamtbudget von fünf Milliarden Euro wird je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass diese Summe deutlich geringer ausfällt als beim ersten DigitalPakt. Zudem können die Länder ihre eigenen Ausgaben von den Bundesmitteln abziehen – was im schlimmsten Fall bedeutet, dass weniger Geld für dringend benötigte Neuinvestitionen übrig bleibt. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine Lehrergewerkschaft, fordert schnelle, bürokratiearme Förderverfahren und klare Vorgaben, wofür die Mittel verwendet werden dürfen. bloße Ersatzbeschaffungen reichen nicht aus, betont der Verband: Schulen bräuchten moderne Unterrichtsmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und fundierte Digitalfortbildungen für das Personal. Zudem mahnt die Gewerkschaft frühzeitige Gespräche über einen dritten Pakt an, um nach 2030 keine neue Finanzierungslücke entstehen zu lassen.

Der DigitalPakt 2.0 bietet zwar einen strukturierten Fahrplan für die technologische Aufrüstung der Schulen in den nächsten fünf Jahren. Schulen in Solingen und darüber hinaus erhalten nun ein festes Budget, um langjährige Missstände zu beheben. Doch die gekürzten Mittel und mögliche Abzüge könnten die tatsächlich umsetzbaren Verbesserungen deutlich begrenzen.