02 January 2026, 16:53

Dormagen leuchtet lila: Globaler Protest gegen die Todesstrafe gewinnt an Fahrt

Eine Stadtansicht mit Gebäuden, Bäumen, Pfählen, Straßen, Fahrzeugen und einem Himmel.

Dormagen leuchtet lila: Globaler Protest gegen die Todesstrafe gewinnt an Fahrt

Weltweiter Kampf gegen die Todesstrafe gewinnt neuen Schwung

Am 30. November schließt sich Dormagen Hunderten von Städten weltweit an und beteiligt sich an der Kampagne Städte für das Leben – Cities for Life, die von der Gemeinschaft Sant’Egidio organisiert wird. Die Initiative fordert ein Ende der Todesstrafe. Als Zeichen der Solidarität werden kommunale Wahrzeichen in Lila beleuchtet.

Die Aktion folgt auf eine Resolution der UN-Generalversammlung aus dem Jahr 2024, in der die Abschaffung der Todesstrafe gefordert wurde. Mit Rekordzustimmung von 130 Ländern spiegelt das Votum die wachsende internationale Ablehnung wider. Dennoch nehmen Hinrichtungen und Todesurteile in einigen Krisenregionen wieder zu.

Während einige Länder Reformen vorantreiben, bleibt die Entwicklung uneinheitlich. Pakistan, Vietnam und Japan haben entweder Änderungen eingeführt oder Debatten über die Todesstrafe angestoßen. Doch nicht alle Schritte zielen auf Abschaffung: Anfang 2026 brachte Israel einen Gesetzentwurf ein, der die Todesstrafe für rassistisch motivierte Morde an Israelis ausweiten soll – vor allem gegen Palästinenser gerichtet. Der Vorstoß löste scharfe Kritik des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, Volker Türk, aus, der sich am 2. Januar dazu äußerte.

In Deutschland beteiligen sich mittlerweile fast 300 Städte am Städte-für-das-Leben-Netzwerk. Die Dormagener Stadtverwaltung setzt ein Zeichen, indem sie das Neue Rathaus vom 28. bis 30. November in Lila erstrahlen lässt. Bürgermeister Erik Lierenfeld betont, die Todesstrafe widerspreche grundlegenden menschlichen Werten und müsse „ohne Verzögerung abgeschafft“ werden.

Trotz weltweiter Ablehnung ist die Todesstrafe in vielen Ländern noch immer legal. Dormagens Engagement unterstreicht die lokale Unterstützung für eine globale Bewegung. Mit Rückendeckung der UN und wachsender Beteiligung der Städte steigt der Druck, Hinrichtungen endgültig zu beenden.