Dortmunder Apothekerin schließt Filiale wegen Überlastung und finanzieller Not
Ehrentraud ZirmeDortmunder Apothekerin schließt Filiale wegen Überlastung und finanzieller Not
Wafaa Choukrane, Apothekerin aus Dortmund, schließt Filiale in Wasserburg wegen finanzieller Belastungen
Die 34-jährige Apothekerin Wafaa Choukrane hat ihre Filiale in Dortmund-Wasserburg geschlossen – eine Folge wachsender finanzieller Probleme. Hinter der Entscheidung stehen anhaltende Personalengpässe, nicht kostendeckende Notdienstpauschalen und eine übermäßige Arbeitsbelastung, die sie oft zu 72-Stunden-Schichten ohne Ablösung zwang.
Erst vor einem Jahr hatte Choukrane zwei Apotheken von Frank Grote übernommen. Doch die Expansion führte schnell zu einer kaum noch bewältigbaren Arbeitslast, insbesondere durch die Notdienste. Mitarbeiter zu finden, die diese Schichten übernehmen, gestaltete sich nahezu unmöglich – sie musste sie häufig allein stemmen.
Die finanzielle Situation verschärfte sich weiter, da die festen Vergütungen für Notdienste die tatsächlichen Kosten nicht deckten. Trotz aller Bemühungen wurde der Standort in Wasserburg unrentabel, sodass ihr keine andere Wahl blieb, als ihn zu schließen. Seitdem hat sie den Betrieb in ihrer Ardey-Apotheke konzentriert, die nur 500 Meter entfernt liegt, um die Versorgung der Patienten weiterhin zu gewährleisten.
Nun fordert Choukrane politische Reformen, um die Erstattungssätze für Apotheken zu erhöhen. Höhere Zahlungen seien notwendig, um die steigenden Personalkosten zu decken und kleine, lokale Apotheken vor dem Aus zu bewahren, argumentiert sie. Parallel sucht sie nach Lösungen, um die Erreichbarkeit zu verbessern – etwa durch zusätzliche Parkplätze an ihren verbleibenden Standorten.
Die Schließung der Wasserburg-Filiale unterstreicht die Herausforderungen, vor denen unabhängige Apotheken im aktuellen Finanzierungssystem stehen. Choukranes Appell für höhere Erstattungssätze zielt darauf ab, die finanziellen und betrieblichen Belastungen zu mindern, die ähnliche Betriebe bedrohen. Gleichzeitig bleibt die Patientenversorgung und Barrierefreiheit ihr zentrales Anliegen, während sie ihre Geschäftsabläufe anpasst.