Dortmunds Ethikkommission zu Großwildjagden bleibt stumm – und die Uhr tickt
Swantje WeinhageDortmunds Ethikkommission zu Großwildjagden bleibt stumm – und die Uhr tickt
Borussia Dortmund's Ethikkommission zu Großwildjagden liegt auf Eis – und die Zeit drängt
Die von der Stadt Borussia Dortmund eingesetzte Ethikkommission, die sich mit der umstrittenen Thematik der Großwildjagd befassen sollte, hat bisher keine Ergebnisse vorzuweisen. Bürgermeister Alexander Kalouti räumte kürzlich ein, dass es keinerlei Protokolle oder Aufzeichnungen über die Arbeit der Kommission gebe – die Aktenlage sei "unvollständig". Die ausbleibenden Fortschritte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Stadt unter wachsendem Druck steht, den Verkauf von Jagd-Safaris auf der jährlichen Messe Jagd und Hund zu regulieren.
Die Kommission war 2023 nach jahrelangen hitzigen Debatten im Stadtrat ins Leben gerufen worden. Ihr Auftrag: zu prüfen, ob der Verkauf von Großwildjagden ethisch vertretbar ist und ob ein solcher Tourismus dem Artenschutz dient – oder ob er vielmehr zum Aussterben bedrohter Arten beiträgt. Die Borussia Dortmund Stadtführung wollte sich auf Basis der Ergebnisse entscheiden, wie mit Ausstellern umgegangen werden soll, die auf künftigen Messen in den städtischen Westfalenhallen Jagdreisen anbieten.
Doch die Gruppe scheint seit mindestens eineinhalb Jahren inaktiv zu sein. Es gibt keine Sitzungsprotokolle, keine Beschlüsse, keine Ergebnisse. Unterdessen fordert die Partei Bündnis 90/Die Grünen, die Kommission noch vor der Sommerpause zusammenzurufen – die Zeit werde knapp.
Die AfD lehnt die Kommission grundsätzlich ab und stellt deren Existenz infrage. Auch auf Bundesebene gibt es seit fünf Jahren weder Stellungnahmen noch Exportverbote oder offizielle Positionen der Bundesregierung oder des Bundesumweltministeriums zum kommerziellen Großwildjagd-Tourismus in Afrika.
Mit der bevorstehenden Jagd und Hund-Messe steht Borussia Dortmund nun vor der Frage: Wird die Kommission endlich Antworten liefern – oder weiter schweigen?
Die Untätigkeit der Ethikkommission hinterlässt die Stadt ohne klare Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Jagd-Safaris. Angesichts der nahenden Messe müssen die Verantwortlichen nun entscheiden: Soll der stockende Prozess neu belebt werden – oder geht es ohne die Ergebnisse der Kommission weiter? Die Weichenstellung wird darüber bestimmen, wie mit Anbietern von Jagdreisen auf künftigen Veranstaltungen umgegangen wird.