Dortmunds neuer OB Kalouti kämpft gegen AfD und politische Blockaden
Swantje WeinhageDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer OB Kalouti kämpft gegen AfD und politische Blockaden
Alexander Kalouti steht kurz vor seinen ersten 100 Tagen als Oberbürgermeister von Dortmund – als erster Vertreter der Christlich Demokratischen Union (CDU) in der Stadt seit fast 80 Jahren. Geboren in Beirut und in Süddeutschland aufgewachsen, bringt er Erfahrung aus Theater und Politik mit in das Amt. Seine Schwerpunkte liegen auf Bildung, Sicherheit und wirtschaftlichem Wachstum, doch die politischen Herausforderungen sind groß.
Kaloutis Weg ins Rathaus war ungewöhnlich. Nach seiner Tätigkeit als Pressesprecher am Dortmunder Theater und als Mitglied der Freien Demokratischen Partei (FDP) führt er nun als Unabhängiger, unterstützt von der CDU, Deutschlands achtgrößte Stadt. Sein Leitbild ist geprägt von Gerechtigkeit: Chancen, so betont er, müssten für alle bestehen – unabhängig von Herkunft oder Überzeugung.
Sicherheit und Bildung stehen ganz oben auf seiner Agenda. Ein kürzlich durchgeführtes einwöchiges Pilotprojekt erhöhte die Präsenz von Polizei und Ordnungskräften und stieß bei Anwohnern und lokalen Unternehmen auf Zustimmung. Zudem setzt er sich für eine Stärkung der frühkindlichen Bildung ein, insbesondere für bessere Schulen und frühzeitige Sprachförderung in einer von Migration geprägten Stadt.
Die wirtschaftliche Belebung Dortmunds ist ein weiteres zentrales Anliegen. Kalouti will die Stadt für Unternehmen attraktiver machen, indem er ein einladendes Umfeld für Gründer schafft. Doch in einer Frage bleibt er unnachgiebig: Eine Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD schließt er kategorisch aus – trotz des deutlichen Zuwachses der Partei bei den Kommunalwahlen im vergangenen September.
Die Wahlergebnisse erschweren seine Pläne. Die AfD wurde mit 22,4 Prozent der Stimmen stärkste Einzelkraft im Dortmunder Rat – ein Anstieg von 10,9 Prozent im Vergleich zu 2020. Die SPD fiel auf 29,1 Prozent, die Grünen auf 18,4 Prozent, während die CDU bei etwa 17 Prozent verblieb. Ohne klare Mehrheit und mit begrenzten Koalitionsoptionen drohen Kalouti instabile Bündnisse oder politische Blockaden.
Offen kritisiert er das Fehlen einer ehrlichen Debatte über städtische Probleme, lobt aber gleichzeitig Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen direkte Herangehensweise an Herausforderungen. Sein eigener Ansatz verbindet Pragmatismus mit Prinzipientreue, während er sich durch Dortmunds zersplitterte politische Landschaft bewegt.
Die ersten Monate von Kaloutis Amtszeit haben klare Weichen für die Zukunft der Stadt gestellt. Sein Fokus auf Bildung, Sicherheit und Wirtschaftswachstum fällt in eine Zeit politischer Zersplitterung, die Fortschritte behindern könnte. Ohne stabile Mehrheit wird sein Erfolg davon abhängen, handlungsfähige Allianzen zu schmieden – und gleichzeitig die AfD von der Macht fernzuhalten.