11 February 2026, 06:36

Duisburgs dunkles Erbe: Wie NS-Zwangssterilisationen lokal umgesetzt wurden

Ein Buchumschlag mit Adolf Hitler umgeben von Leuten mit Mützen, betitelt "Deutsches Kolonial-Feitung", datiert November 1940.

Duisburgs dunkles Erbe: Wie NS-Zwangssterilisationen lokal umgesetzt wurden

Öffentlicher Vortrag zu Zwangssterilisationen in Duisburg während der NS-Zeit

Am Donnerstag, dem 19. Februar, findet in Duisburg eine kostenlose öffentliche Veranstaltung zum Thema Zwangssterilisationen in der NS-Zeit statt. Im Rahmen der Gedenkstätte DenkStätte wird erörtert, wie lokale Behörden das 1933 erlassene "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" bis 1949 durchsetzten. Die Veranstaltung beginnt um 18:15 Uhr und wird von Dr. Bernd Kern von der Universität Duisburg-Essen geleitet.

Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die politischen, sozialen und rechtlichen Mechanismen hinter den Zwangssterilisationen in Duisburg. Anhand ausgewählter Fallbeispiele gibt Kern einen statistischen Überblick und analysiert, wie das Gesetz in der Stadt angewandt wurde. Zwar liegen keine genauen Zahlen für Duisburg vor, doch ordneten regionale Gerichte – in ihrer Funktion als "Erbgesundheitsgerichte" – solche Eingriffe im Zuständigkeitsbereich des Oberlandesgerichts Hamm an.

Zudem wird die Veranstaltung die übergeordneten eugenischen Politikmaßnahmen des NS-Regimes beleuchten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei, allerdings ist die Teilnehmerzahl auf 60 Personen begrenzt. Der Veranstaltungsort befindet sich im Karmelitzplatz 5 im Innenhafen und ist Teil des Gebäudes des Stadtarchivs.

Der Vortrag bietet einen detaillierten Einblick in ein dunkles Kapitel der Duisburger Geschichte unter der NS-Herrschaft. Durch die Vorstellung von Fallstudien und rechtlichen Rahmenbedingungen will Kern aufzeigen, wie das Gesetz von 1933 vor Ort umgesetzt wurde. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen – ohne Ticket oder Voranmeldung.