Düsseldorfer Rosenmontagszug provoziert mit scharfer Satire gegen Trump und Putin
Ladislaus DowergKarneval in Düsseldorf: Satire trifft Putin, Trump und Merz - Düsseldorfer Rosenmontagszug provoziert mit scharfer Satire gegen Trump und Putin
Der Düsseldorfer Rosenmontagszug hat mit seinen mutigen politischen Motivwagen erneut für Kontroversen gesorgt. Die diesjährige Veranstaltung bot scharfe Kritik an globalen Führungspersönlichkeiten wie Donald Trump und Wladimir Putin, gesellschaftlichen Problemen und andauernden Konflikten. Die provokanten Kreationen des Designers Jacques Tilly zeigten unter anderem mehrere Darstellungen von Wladimir Putin, begleitet von satirischen Abbildungen von Donald Trump, Jeffrey Epstein und internationalen Krisenherden.
Drei Wagen nahmen direkt Bezug auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Einer zeigte ihn, wie er einen Karnevalsnarren aufspießt – eine klare Anspielung auf Tillys eigene juristische Auseinandersetzungen mit Russland. Ein weiterer Wagen bildete Putin und Donald Trump ab, die gemeinsam Europa verschlingen, während ein dritter ihn als Piloten einer blauen Drohne mit dem Logo der AfD darstellte. Diese Motive folgen einer langen Tradition: Putin taucht bereits seit 2009 in Tillys Entwürfen auf.
Der Umzug thematisierte auch die russischen juristischen Schritte gegen Tilly. 2026 hatte Moskau Strafanzeige gegen ihn erstattet und wirft ihm vor, falsche Informationen über die russische Armee verbreitet und staatliche Institutionen beleidigt zu haben. Tilly bezeichnete den für den 26. Februar 2026 anberaumten Prozess als Farce und nannte Russland einen "Mafia-Staat mit einer entsprechenden Justiz". Einen Anwalt zu entsenden, lehnte er ab.
Andere Wagen setzten sich mit globalen Themen auseinander. Eine düstere Vision der Zukunft Afghanistans zeigte eine angekettete "Miss Afghanistan"-Teilnehmerin in voller Verschleierung im Jahr 2026. Ein weiterer Wagen verurteilte die Zerstörung der ukrainischen Heizungsinfrastruktur. Unter dem Titel "Kindheit heute" kritisierte ein Motiv die Smartphone-Sucht und zeigte zwei unglückliche Kinder, die wie gebannt auf ihre Bildschirme starren.
Auch die US-Politik blieb nicht ausgespart. Donald Trump war gleich zweimal zu sehen: einmal, wie er eine Figur mit der Aufschrift "Liebe und Menschlichkeit" niederschlägt, und ein weiteres Mal als christusähnliche Gestalt mit einem ICE-Armband. Eine dämonische "Auferstehung" Jeffrey Epsteins sorgte ebenfalls für Aufsehen. Hoffnungsvoller stimmte dagegen ein Wagen, der das "Mullah-Regime" im Iran schmelzen und zerbröckeln lässt – ein Symbol für möglichen Wandel im Land.
Der Düsseldorfer Umzug hat seinen Ruf als unerschrockene Plattform für politische Satire einmal mehr gefestigt. Tillys Wagen warfen wie stets Debatten über Krieg, Zensur und gesellschaftliche Veränderungen auf. Angesichts des laufenden russischen Verfahrens gegen ihn trug die diesjährige Ausgabe besondere Brisanz – und eine Portion Trotz.






