DVV feuert Vorstandsmitglieder nach Gehaltsaffäre und Justizvorwürfen
Ehrentraud ZirmeExorbitante Gehälter für Betriebsräte? DVV-Chefs entlassen - DVV feuert Vorstandsmitglieder nach Gehaltsaffäre und Justizvorwürfen
Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft entlässt zwei Vorstandsmitglieder nach Vorwürfen unrechtmäßiger Gehaltszahlungen
Die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), eines der größten Unternehmen der Stadt mit über 4.500 Beschäftigten, hat zwei Vorstandsmitglieder nach Enthüllungen über fragwürdige Gehaltszahlungen fristlos entlassen. Im Mittelpunkt des Skandals stehen Vertreter des Betriebsrats, denen nun Bestechung und Justizbehinderung vorgeworfen werden. Ein anonymer Hinweis hatte die Ermittlungen gegen den kommunalen Großbetrieb ausgelöst.
Der Fall nahm seinen Anfang, als Stadtverantwortliche einen anonymen Bericht über ungewöhnliche Gehaltsregelungen erhielten. Søren Link, Oberbürgermeister von Duisburg und Vorsitzender des DVV-Aufsichtsrats, reagierte mit der Beauftragung einer externen Kanzlei, um die Vorwürfe zu prüfen. Die Untersuchungen weiteten sich schnell aus – im Fokus stehen nun auch der Verdacht auf Vertrauensbruch und Verstöße gegen das deutsche Betriebsverfassungsgesetz.
Die beiden Manager hatten sich zunächst beurlauben lassen, widersetzten sich später jedoch den Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen nun vor, Mitarbeiter angewiesen zu haben, belastende Unterlagen zu vernichten. Zudem sollen mehrere Betriebsratsmitglieder Leistungen in ungewöhnlich hoher Höhe erhalten haben.
Die Behörden prüfen inzwischen nicht nur die ursprünglichen Finanzvorwürfe, sondern auch mögliche Fälle der Justizbehinderung. Der Betriebsrat, der erheblichen Einfluss auf Personalentscheidungen hat, bleibt ein zentraler Akteur in dem Verfahren.
Den entlassenen Vorstandsmitgliedern drohen mehrere Anklagepunkte, darunter die Anstiftung zur Beweisvernichtung. Während die Ermittlungen andauern, steht die DVV unter Druck, mögliche systemische Versäumnisse aufzuarbeiten. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass das Unternehmen sich zuvor zu ähnlichen Vergütungsregelungen für Betriebsräte in anderen deutschen Firmen geäußert hätte.