E-World in Essen bricht alle Besucherrekorde – 50 Prozent mehr Energie-Experten als je zuvor
Eva-Maria TrübE-World in Essen bricht alle Besucherrekorde – 50 Prozent mehr Energie-Experten als je zuvor
E-World-Messe in Essen verzeichnet Rekordbesuch – 50 Prozent mehr Fachbesucher
Die diesjährige E-World in Essen zog so viele Besucher wie nie zuvor an: Die Fachmesse verzeichnete einen Anstieg der Besucherzahlen um 50 Prozent. Rund 47.000 Branchenvertreter aus 126 Ländern informierten sich über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Energiewende, Batteriespeicher und künstliche Intelligenz. Auch die Zahl der Aussteller stieg um 16 Prozent auf 1.136 Unternehmen, die innovative Technologien und Lösungen präsentierten.
Die Messe fand vom 20. bis 22. Februar vor dem Hintergrund politischer Unsicherheiten statt. Im Vorfeld hatte das von der Bundesregierung geplante Netzpaket für heftige Diskussionen gesorgt. Energieunternehmen sowie Oppositionsparteien wie CDU/CSU und FDP kritisierten die Roteinspeisungsreserve (Redispatch-Reserve) als potenziell diskriminierend für Erneuerbare Energien und als Risiko für die Netzstabilität. Die Netzbetreiber, vertreten durch den BDEW, warnten, dass rückwirkende Befreiungen von Netzentgelten für Direktvermarkter bis 2027 Milliardenkosten verursachen könnten. Während die Spannungen innerhalb der Ampelkoalition zwischen SPD, Grünen und FDP zunahmen, wurden Teile des Pakets zurückgenommen oder gestrichen – eine finale Einigung stand zu Messebeginn noch aus.
Auf dem Messestand selbst rückte die Innovation in den Fokus: KI-gestützte Energielösungen, fortschrittliche Speichersysteme und Sicherheitskonzepte für intelligente Zähler dominierten die Präsentationen. Auch bidirektionales Laden und Speicherlösungen hinter dem Zähler stießen auf großes Interesse – mindestens sechs Anbieter konkurrieren mittlerweile in diesem Segment. Allerdings bremst die aktuelle Preissituation auf dem Photovoltaikmarkt das Wachstum bei Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreements, PPAs).
Erstmals erweiterten die Veranstalter in diesem Jahr das thematische Spektrum der Messe und schufen neue Ausstellungsbereiche sowie Bühnen für Start-ups. Allein im Innovationssektor stieg die Zahl der Aussteller um 40 Prozent. Für die nächste Auflage planen die Organisatoren, auch die beiden noch ungenutzten Hallen auf dem Gelände zu belegen.
Branchenvertreter nutzten die Plattform, um klarere regulatorische Rahmenbedingungen zu fordern. Zu ihren zentralen Forderungen zählten verlässliche Vorgaben, vereinfachte Netzanschlussverfahren und transparente Standards für flexible Anschlussvereinbarungen (Flexible Connection Agreements, FCAs). Kritisch äußerten sie sich zudem zu den möglichen Belastungen für Speicheranbieter durch den Netzpaket-Entwurf sowie zu Hemmnissen für den Ausbau Erneuerbarer Energien.
Die E-World 2024 endete mit starker Resonanz und einem breiteren Themenspektrum als je zuvor. Die Messe zeigte sowohl technologischen Fortschritt als auch anhaltende regulatorische Herausforderungen auf. Die Veranstalter bereiten sich bereits auf weiteres Wachstum vor und wollen im kommenden Jahr das gesamte verfügbare Ausstellungsgelände nutzen.