Erster Atommüll-Transport seit 1996 erreicht Zwischenlager Ahaus unter Protesten
Eva-Maria TrübErster Atommüll-Transport seit 1996 erreicht Zwischenlager Ahaus unter Protesten
Ein Transportkonvoi mit atomarem Abfall traf am Mittwochmorgen in Ahaus ein, nachdem er vom Forschungszentrum Jülich aufgebrochen war. Die Lieferung markierte den ersten von 152 geplanten Transporten mit Castor-Behältern in das Zwischenlager. Bei der Ankunft kam es zu Protesten – Demonstranten forderten ein Ende solcher Operationen, bis eine dauerhafte Lösung gefunden sei.
Der Transport startete gegen 10 Uhr in Jülich und führte über eine 170 Kilometer lange Strecke durch Nordrhein-Westfalen. Während der Fahrt, die von etwa 2.400 Polizeibeamten eng begleitet wurde, gab es keine Zwischenfälle. Patrick Schlüter, ein Polizeisprecher, kritisierte den Zeitpunkt der Aktion.
Der Atommüll erreichte Ahaus fast 28 Jahre nach der ersten großen Lieferung in die Stadt. Das Zwischenlager liegt etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Diese jüngste Anlieferung war die erste seit 1996; in den kommenden Monaten werden 151 weitere Behälter erwartet.
Entlang der Route versammelten sich Protestierende, darunter auch Radfahrer, die sich nach Verhandlungen unter der Führung der Mahnwachen-Organisatorin Hanna Poddig angeschlossen hatten. Sie argumentierte, alle Atomtransporte müssten gestoppt werden, bis ein Endlager eingerichtet sei. Alexander Vogt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, behauptete, die Verbringungen hätten vollständig vermieden werden können.
Der Behälter wurde sicher im Zwischenlager Ahaus eingelagert, wo er bis zur Festlegung eines langfristigen Endlagers verbleiben wird. Die Behörden bestätigten, dass es während des Transports zu keinen Störungen gekommen sei. Weitere Lieferungen sind in den nächsten Monaten geplant, wobei mit ähnlichen Sicherheitsvorkehrungen zu rechnen ist.






