Europas Automobilindustrie zwischen Verbrenner-Lockerung und Lieferketten-Krise 2026

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Eine Säulendiagramm mit dem Titel "Handel von Personenkraftwagen der Vereinigten Staaten" mit mehreren Säulen unterschiedlicher Höhe, die jeweils einen anderen Handelszeitraum darstellen.Ehrentraud Zirme

Europas Automobilindustrie zwischen Verbrenner-Lockerung und Lieferketten-Krise 2026

Die Automobilindustrie in Europa steht 2026 vor einer Mischung aus Herausforderungen und Anpassungen. Eine aktuelle Entscheidung der Europäischen Union hat die Beschränkungen für Verbrennermotoren gelockert und den Herstellern damit etwas Entlastung verschafft. Gleichzeitig prägen weiterhin Lieferkettenstörungen, geopolitische Spannungen und sich wandelnde Trends bei der Elektrifizierung die Branche.

Die Industrie bereitet sich derzeit auf die anstehende Konferenz Automotive Logistics & Supply Chain Europe in Bonn vor, wo zentrale Trends und Lösungsansätze diskutiert werden. Ein neuer Marktbericht, der am 2. März erscheinen soll, wird zudem detaillierte Einblicke in die Zukunft des Sektors bieten.

Im Dezember 2025 hatte die Europäische Union ihr für 2035 geplantes Verbot von Verbrennermotoren überarbeitet: Demnach dürfen 10 % der Neufahrzeuge weiterhin CO₂ ausstoßen, sofern dies durch kohlenstoffarmen Stahl oder nachhaltige Kraftstoffe ausgeglichen wird. Diese Änderung entlastet Hersteller wie Citroën, doch von Volkswagen, Mercedes-Benz oder Audi wurden bisher keine unmittelbaren Änderungen in den Investitionsplänen bekannt.

Die Lieferkettenstrategien entwickeln sich weiter, da Unternehmen Resilienz zunehmend über Kostensenkung stellen. Die Entscheidung von ProLogium, eine Gigafactory in Dünkirchen zu errichten, unterstreicht einen größeren Trend: Lieferketten werden optimiert, statt sich einfach in der Nähe von Montagewerken anzusiedeln. Immer mehr Unternehmen setzen auf Nearshoring, Lokalisierung und Regionalisierung, um sich gegen globale Störungen abzusichern.

Geopolitische Spannungen und drohende Zölle verstärken die Unsicherheit. Die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Strafzölle auf europäische Importe könnten den Handel zusätzlich belasten. Die anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten haben bereits Schifffahrtsrouten und die Versorgung mit Komponenten gestört, was die Logistik weiter erschwert.

Infrastrukturelle Engpässe verschärfen die Verzögerungen. Hafenstaus, Kapazitätsengpässe im Schienengüterverkehr und Umweltzonen auf Straßen behindern den Fahrzeugtransport. Fachkräftemangel in allen Verkehrsbereichen verschärft diese Probleme und bremst Produktion sowie Distribution.

Die Elektrifizierung bleibt ein unberechenbarer Faktor. Die langsamer als erwartet verlaufende Verbreitung von Elektrofahrzeugen und politische Kurswechsel haben den Wandel verzögert, sodass Hersteller und Logistikdienstleister ihre Prognosen anpassen müssen. Steigende Kosten und wirtschaftliche Instabilität dämpfen zudem die Wachstumserwartungen für 2026.

Der European Automotive Logistics Market Report 2026–2036, der ab dem 2. März verfügbar sein wird, skizziert die Prioritäten der Branche angesichts dieser Herausforderungen. Vom 17. bis 19. März treffen sich Führungskräfte in Bonn, um über widerstandsfähige Lieferketten, politische Veränderungen und Hürden der Elektrifizierung zu diskutieren. Die Konferenz soll praktikable Strategien für ein unsicheres Jahr liefern.

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