05 February 2026, 22:49

Evonik senkt Dividende und streicht 1.000 Jobs – doch Forschung bleibt Priorität

Eine Zeitung mit einer Karikatur eines Mannes neben einem von Pferden gezogenen Wagen mit einem Rad in der Mitte und der Text "Die Standard Oil Company wird im März eine weitere 16-prozentige Dividende ausschütten".

Evonik-Aktionäre erhalten niedrigere Dividende - Evonik senkt Dividende und streicht 1.000 Jobs – doch Forschung bleibt Priorität

Evonik meldet Rückgang bei Gewinn und Umsatz für 2025

Der Spezialchemiekonzern Evonik verzeichnete für das Jahr 2025 einen Rückgang bei Gewinn und Umsatz: Das bereinigte Ergebnis sank um 9 % auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Im Rahmen umfassender Kostensenkungsmaßnahmen kündigte das Unternehmen an, im Jahr 2026 rund 1.000 Arbeitsplätze abzubauen. Die Aktionäre müssen sich auf eine niedrigere Dividende im kommenden Jahr einstellen – ein Zeichen für die angepasste Finanzstrategie des Konzerns.

Der Umsatz ging 2025 um 7 % auf 14,1 Milliarden Euro zurück, was auf die schwache konjunkturelle Lage zurückzuführen ist. Dennoch behielt Evonik seine Position als führender Anbieter von Spezialchemikalien bei und hielt seine globalen Marktanteile in den letzten fünf Jahren stabil bei etwa 2–3 %. Zwar dominieren Konkurrenten wie BASF und Bayer mit deutlich höheren Anteilen den Markt, doch setzt Evonik auf Forschungsintensität: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen 2024 auf 615 Millionen Euro – ein Plus von 5 % gegenüber dem Vorjahr.

Für 2026 prognostiziert Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Vorstandsvorsitzender Christian Kullmann führte eine neue Dividendenpolitik ein, um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Für 2025 ist eine reduzierte Ausschüttung von 1,00 Euro pro Aktie vorgesehen; künftig sollen die Dividenden 40–60 % des bereinigten Konzernnettoergebnisses betragen. Die RAG-Stiftung, größter Evonik-Aktionär, unterstützt den überarbeiteten Ansatz.

Die für 2026 geplanten Stellenstreichungen sind Teil der Bemühungen, die Unternehmensstrukturen zu verschlanken. Zwar liegen Evoniks F&E-Investitionen in absoluten Zahlen mit 615 Millionen Euro deutlich unter denen von BASF (2,2 Milliarden Euro) oder Bayer (6,1 Milliarden Euro), doch entsprechen sie mit 3,5 % des Umsatzes einem höheren Anteil als bei BASF (2,8 %) – ein Beleg für den Innovationsfokus trotz finanzieller Herausforderungen.

Die Ergebnisse für 2025 zeigen bei Evonik sowohl bei Umsatz als auch bei den Erträgen einen Rückgang, was zu Kostensenkungen und einer überarbeiteten Dividendenpolitik führt. Mit dem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung sowie Marktstabilität verfolgt das Unternehmen eine langfristige Strategie, um Effizienz und Wachstum in Einklang zu bringen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich diese Maßnahmen im kommenden Jahr für Aktionäre und Mitarbeiter auswirken werden.