09 January 2026, 12:39

Evonik unter Druck: Chinas Methionin-Expansion belastet Kerngeschäft und Aktienkurs

Eine Flasche auf einem Tisch mit einem Etikett mit Text.

Evonik unter Druck: Chinas Methionin-Expansion belastet Kerngeschäft und Aktienkurs

Die Geschäftsaussichten von Evonik haben sich eingetrübt, da Überkapazitäten in China das Kerngeschäft mit Methionin belasten. Der Chemiekonzern steht zunehmend unter Druck von Investoren und Analysten – die Privatbank Berenberg stufte die Aktie Anfang Januar sogar auf "Verkaufen" herab. Die Papiere notieren nahe ihrem 52-Wochen-Tief, was Sorgen um die zukünftige Profitabilität schürt.

Am 7. Januar 2026 senkte die Privatbank Berenberg ihre Bewertung für Evonik von "Halten" auf "Verkaufen". Diese Entscheidung folgte auf einen ausführlichen Bericht vom Vorabend, der vor deutlichen Rückgängen beim operativen Ergebnis warnte. Analysten prognostizieren nun, dass das EBITDA für 2026 und 2027 deutlich hinter den früheren Erwartungen zurückbleiben wird.

Mit der Herabstufung ging eine drastische Kürzung des Kursziels einher – von 14,60 Euro auf 11,60 Euro. Berenberg verwies auf die Gefahr von Preiskorrekturen in Evoniks wichtigsten Segmenten, die die Gewinne aus den starken Preisanstiegen der Jahre 2021 und 2022 zunichtemachen könnten. Zudem betonte die Bank strukturelle Herausforderungen und forderte die Unternehmensführung auf, entschlossen zu handeln – möglicherweise sogar mit einer strategischen Neuausrichtung. Chinas Expansionspläne verschärfen den Druck: Das Land will seine Methionin-Kapazitäten bis Anfang der 2030er-Jahre um 1,5 Millionen Tonnen ausbauen, was einem globalen Anstieg von 50 Prozent entspricht. Dieser Kapazitätsschub bedroht Evoniks Marktposition, insbesondere in einem Geschäftsbereich, der 2022 schätzungsweise 300 Millionen Euro zum EBITDA beisteuerte.

Der Aktienkurs von Evonik hat bereits gelitten und notiert mit rund 12,83 Euro nahe dem 52-Wochen-Tief. Mit einem RSI-Wert von 15,8 befindet sich die Aktie im extrem überverkauften Bereich – ein Zeichen für tiefe Verunsicherung unter den Anlegern.

Die Kombination aus Chinas Kapazitätsausbau, sinkenden Kurszielen und schwacher Marktstimmung hat Evonik in eine prekäre Lage gebracht. Analysten betonen die Notwendigkeit entschlossener Gegenmaßnahmen, um die Erträge zu stabilisieren. Ohne gezielte Eingriffe könnte die Profitabilität in den Kerngeschäften in den kommenden Jahren weiter erodieren.