30 December 2025, 06:40

Expressionistisches Meisterwerk an Hess-Erben restituiert – doch bleibt im Museum

Ein Museumsplaque mit Text und Skulpturen darauf.

Beutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Expressionistisches Meisterwerk an Hess-Erben restituiert – doch bleibt im Museum

Ein bedeutendes expressionistisches Gemälde wurde an die Erben einer jüdischen Familie restituiert, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Das Werk Zwei Frauen (Frauen in Grün) von Karl Schmidt-Rottluff bleibt im Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum, nachdem eine gemeinsame Rückkaufinitiative erfolgreich war. Dies ist die zweite größere Restitution an die Hess-Erben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr.

Das Gemälde gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem jüdischen Industriellen aus Erfurt, der 1931 starb. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 brachte seine Witwe Thekla Hess das Kunstwerk zur sicheren Aufbewahrung in die Schweiz. Vier Jahre später, unter Druck der Nationalsozialisten, führte sie es nach Deutschland zurück.

Bis 1947 gelangte das Bild in den Bestand des Wuppertaler Städtischen Museums – des heutigen Von-der-Heydt-Museums –, nachdem es vom Kölner Kunsthändler Aloys Faust erworben worden war. Das Museum einigte sich kürzlich mit den Hess-Erben auf eine Lösung, die es ermöglicht, das Werk nach einem Rückkauf in der Sammlung zu behalten. Die Finanzierung des Rückkaufs erfolgte durch mehrere Institutionen, darunter die Freiherr-von-der-Heydt-Stiftung, die Kulturstiftung der Länder und das Land Nordrhein-Westfalen. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, betonte die Notwendigkeit, die Schicksale von Kunstwerken aufzudecken, die jüdischen Sammlern in der NS-Zeit geraubt wurden. Dieser Fall folgt einer weiteren Restitution im Januar, als ein Gemälde von Heinrich Campendonk an die Hess-Erben zurückgegeben wurde. Im Laufe der Jahrzehnte wurden mehrere weitere Werke aus der Familiensammlung wiedererlangt, darunter Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild, das 2006 für etwa 30 Millionen Euro verkauft wurde.

Die Restitution stellt sicher, dass das Gemälde der Öffentlichkeit zugänglich bleibt, während seine belastete Geschichte anerkannt wird. Der gemeinsame Rückkauf spiegelt die anhaltenden Bemühungen wider, NS-Raubkunstfälle in Deutschland aufzuarbeiten. Über den Verbleib des Gemäldes zwischen seiner Rückkehr 1937 und dem Erwerb durch Wuppertal 1947 liegen keine bestätigten Angaben vor.