Ferdinand von Schirach verweigert Nahost-Debatte bei Markus Lanz – und begründet es mit seinem Namen

Ladislaus Dowerg
Ladislaus Dowerg
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Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor einem Gebäude mit Fenstern zu Reportern, umgeben von einer Gruppe von Menschen, einige halten Mikrofone auf Stativen, mit einem Seil, das an einen Pfahl gebunden ist, unter einem bewölkten Himmel.Ladislaus Dowerg

Ferdinand von Schirach verweigert Nahost-Debatte bei Markus Lanz – und begründet es mit seinem Namen

Eine angespannte Auseinandersetzung entbrannte in der Sendung Markus Lanz, als der Bestsellerautor Ferdinand von Schirach sich weigerte, über den Nahostkonflikt zu sprechen. Der für seine juristischen Thriller bekannte Schriftsteller beendete die Diskussion mit einer schroffen Erklärung zu seinem Nachnamen und dessen historischer Belastung. Seine unnachgiebige Haltung ließ dem Moderator kaum Raum für seine sonst so bohrenden Fragen.

Die im Voraus aufgezeichnete und später geschnittene Sendung ist dafür bekannt, dass Lanz seine Gäste mit unerbittlichem Nachfragen unter Druck setzt. Viele fürchten Konsequenzen oder gar eine Art Berufsverbot, wenn sie sich widersetzen – doch von Schirach blieb standhaft. Auf die Frage nach dem Konflikt antwortete er lapidar: "Jemand mit meinem Nachnamen hat in den nächsten fünfhundert Jahren kein Recht, sich dazu zu äußern." Er fügte hinzu, dass man von ihm kein einziges kritisches Wort gegen Israel hören werde.

Von Schirach ging noch weiter und bezeichnete Israel als einen Rechtsstaat. Er verwies auf die Massenproteste innerhalb des Landes gegen Ministerpräsident Netanyahu und stellte ihnen das Fehlen vergleichbarer Demonstrationen in Deutschland gegenüber. Er fragte, warum sich nicht mehr Deutsche gegen die Hamas aussprachen, und verwies auf die Feiern zu den Angriffen vom 7. Oktober in Berlin und anderen Städten.

Lanz, dessen Interviewstil oft als boulevardesk und selbstbezogen kritisiert wird, sah sich außerstande, das Gespräch in seine gewohnte Richtung zu lenken. Anders als frühere Gäste wie die Politikerin Julia Klöckner gab von Schirach den beharrlichen Forderungen des Moderators nicht nach.

Das Interview unterstrich von Schirachs Weigerung, sich auf eine Debatte einzulassen, die er angesichts seiner Familiengeschichte für unangemessen hielt. Seine Äußerungen zu Israels Rechtssystem und den öffentlichen Protesten standen in krassem Gegensatz zu seinem Schweigen über weitergehende politische Fragen. Die später für die Ausstrahlung gekürzte Diskussion markierte einen seltenen Moment, in dem sich ein Gast Lanz' konfrontativem Stil widersetzte.

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