25 May 2026, 02:17

Florentina Holzinger provoziert Wien mit radikalem Pfingst-Spektakel zwischen Feminismus und Hightech

Florentina Holzingers 'Pentecost Spiel' mit Tauben des Friedens und Monster Trucks

Florentina Holzinger provoziert Wien mit radikalem Pfingst-Spektakel zwischen Feminismus und Hightech

Florentina Holzinger zeigt provokantes Pfingst-Spektakel im Wiener Eislaufverein

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Am vergangenen Wochenende präsentierte Florentina Holzinger im Wiener Eislaufverein eine mutige Pfingstperformance, die extreme Körperlichkeit mit modernster Technologie verband. Die Show bot eine scharfe Abrechnung mit Kunst, Spektakel und dem Kult um Hermann Nitsch – und führte das Publikum an die Grenzen zwischen Performance und Protest.

Der Abend begann mit einem markanten Bild: Eine nackte Frau ließ sich von der Fassade des Hotels Intercontinental abseilen. Diese Szene erinnerte an Trisha Browns legendäre Performance von 1970 und setzte den Ton für Holzingers feministische Neudeutung des Aktionismus.

Von dort aus wurde das Publikum nach Schloss Prinzendorf versetzt, wo Holzinger eine „Malaktion“ mit Drohnen und einer gekreuzigten Performerin inszenierte. Die Szene bezog sich auf Nitschs umstrittenes Erbe, doch Holzinger entwickelte daraus einen dezidiert zeitgenössischen Ansatz. Anders als die Wiener Aktionisten der Vergangenheit setzte sie auf Hightech und ein rein weibliches Ensemble.

Die Performance steigerte sich mit einem Monstertruck, der einen Panzer zermalmte – ein kraftvolles Symbol gegen Krieg. Daraufhin landete eine Fallschirmspringerin mit einem taubenförmigen Helm und pflanzte eine weiße Fahne in das Wrack. Später inszenierte Holzinger mit ihrem Team eine „Letzte Abendmahl“-Szene, bei der die Darstellerinnen für den Finale in der Luft schwebten. Autos, ein Motorrad und ein Fallschirmsprung trieben die Grenzen des live Möglichen weiter aus.

Holzingers Werk hinterfragte die Rolle von Kunst in einer erlebnisorientierten Wirtschaft. Zwar wird sie oft mit den Wiener Aktionisten in Verbindung gebracht, doch distanziert sie sich vom Label – ihre Methoden und Botschaften seien eigenständig.

Die Aufführung hinterließ einen bleibenden Eindruck, indem sie radikale Bilder mit technologischer Innovation verband. Holzingers Kritik am Spektakel und ihre feministische Haltung boten eine frische Perspektive auf den Aktionismus. Die Performance wird zweifellos weitere Debatten über extreme Kunst in der Gegenwartskultur anstoßen.

Quelle