05 March 2026, 18:16

Gefälschte Bahn-Plakate werben für kostenlose Fahrten – wer steckt dahinter?

Ein Plakat, das eine Bahn in Berlin, Deutschland, bewirbt, mit einem Bild einer Bahn darauf.

Gefälschte Bahn-Plakate werben für kostenlose Fahrten – wer steckt dahinter?

Falsche Plakate für kostenlose Bahnfahrten in Deutschland aufgetaucht

An über 20 Bahnhöfen in Deutschland sind gefälschte Plakate aufgetaucht, die kostenlose Zugfahrten bewerben. Die Aktion stammt von der Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv und imitiert das offizielle Design der Deutschen Bahn. Die Gruppe setzt sich für einen kostenlosen Öffentlichen Nahverkehr im gesamten Land ein.

Die Plakate mit der Aufschrift "Kostenlos mit der Deutschen Bahn durch ganz Deutschland reisen" wurden in fünf Bundesländern platziert: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen. Das Werbeunternehmen Ströer bestätigte die Entfernung der Plakate und bezeichnete die Aktion als "Adbusting" – eine unerlaubte Veränderung bestehender Werbung. Zudem schaltete die Gruppe die Website bahn-kostenlos.info, die dem offiziellen Internetauftritt der Deutschen Bahn nachempfunden ist und nicht existierende Null-Euro-Tickets bewirbt.

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Die Deutsche Bahn stuft die Kampagne als betrügerisch ein und prüft rechtliche Schritte. Die Aktivisten bestreiten jedoch jegliches Fehlverhalten und betonen, sie hätten lediglich die Vitrinen der Plakatständer geöffnet, ohne Schäden zu verursachen. Ihre Aktion solle auf die Notwendigkeit einer Verkehrswende aufmerksam machen, heißt es in ihrer Stellungnahme: "Wenn uns die Regierung nicht hilft, machen wir uns das 0-Euro-Ticket einfach selbst!"

Nicht zum ersten Mal sorgt eine solche Taktik für juristische Diskussionen. Bereits 2019 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass Adbusting strafbar sein kann, wenn damit Diebstahl oder Sachbeschädigung einhergeht.

Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die Forderung nach kostenlosem Öffentlichen Nahverkehr in Deutschland. Während die Deutsche Bahn rechtliche Optionen prüft, beharren die Aktivisten darauf, dass ihre Handlung keine Zerstörung verursacht habe. Der Streit knüpft an frühere Gerichtsurteile zu ähnlichen Protestformen an.