06 February 2026, 22:52

Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotel ein

Eine Gruppe von Menschen steht vor Reportern mit Mikrofonen, Handys und Papieren und diskutiert heftig in einem öffentlichen Raum mit einer Glaswand im Hintergrund.

Gil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotel ein

Im Jahr 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Hotelmitarbeiter in Leipzig Antisemitismus vor und behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seinen Davidstern-Anstehcker zu verstecken. Der Fall entpuppte sich später als haltlos, nachdem Beweise seine Schilderung widerlegten. Nun sind neue Details über die juristischen Folgen und Ofarims widersprüchliche Aussagen bekannt geworden.

Die Kontroverse begann im Oktober 2021, als Ofarim ein Video veröffentlichte, in dem er einem Leipziger Hotelangestellten antisemitische Äußerungen vorwarf. Er behauptete, der Mitarbeiter habe verlangt, er solle seinen Anstehcker verbergen – eine Anschuldigung, die schnell Aufmerksamkeit erregte. Das Hotel jedoch veröffentlichte Überwachungsaufnahmen, die zeigten, dass Ofarim zum fraglichen Zeitpunkt den Davidstern gar nicht trug.

Ofarim bestand daraufhin darauf, die Aufnahmen seien manipuliert worden, und argumentierte, es fehlten entscheidende Sekunden. Zudem erwähnte er einen Zeugen, der den Anstehcker angeblich gesehen habe, doch ein solcher Beweis wurde nie vorgelegt. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, bezeichnete die Situation später als "kaum zu überbietende Heuchelei".

Bis 2023 gestand Ofarim vor Gericht ein, dass seine ursprüngliche Darstellung falsch gewesen war. Er willigte in eine Schadensersatzzahlung von 10.000 Euro ein und veröffentlichte eine öffentliche Entschuldigung. Ein Sprecher der Stadt Leipzig bestätigte zwar die Zahlung, kritisierte den Sänger jedoch scharf dafür, Antisemitismus für Publicity auszunutzen. Unterdessen bestätigte der Anwalt des Hotelmitarbeiters, dass eine Unterlassungserklärung vorliege, die Ofarim daran hindere, seine Vorwürfe zu wiederholen.

Kürzlich brach Ofarim sein Schweigen in einem Auftritt bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!. Er berief sich auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung als Grund für seine bisherige Zurückhaltung. Die Anwälte des Hotels wiesen jedoch darauf hin, dass es keinen "Schweigevertrag" gebe – lediglich eine standardmäßige Geheimhaltungsvereinbarung im Rahmen des Vergleichs.

Der Fall ist nun mit Ofarims Eingeständnis der Falschaussage und der finanziellen Einigung abgeschlossen. Sowohl die Stadt Leipzig als auch der Hotelmitarbeiter haben die Entschuldigung angenommen, doch bleibt Skepsis über die Motive hinter der ursprünglichen Anschuldigung bestehen. Von keiner Seite sind weitere rechtliche Schritte zu erwarten.