08 June 2026, 12:22

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Proteststurm

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsbank

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe entfachen Proteststurm

Die GLS Bank steht nach der Ankündigung, Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der linksextremen Unterstützungsorganisation Rote Hilfe zu schließen, massiv in der Kritik. In ganz Deutschland brachen Proteste aus, Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Bank aufforderten, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Unterdessen verteidigte die Bankführung ihr Vorgehen auf einer hitzig verlaufenen Mitgliederversammlung in Bochum.

Der Streit eskalierte, als die GLS Bank DKP und Rote Hilfe über die geplante Kontoschließung informierte. Der Schritt löste breite Empörung aus, darunter Vorwürfe des DKP-Bundesgeschäftsführers Klaus Leger, der der Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vorwarf, um ihre US-Geschäftsinteressen zu schützen. Die GLS wies politische Motive zurück und betonte, sie erfülle lediglich rechtliche und regulatorische Pflichten – insbesondere die Meldepflicht bei verdächtigen Transaktionen.

Auf der Mitgliederversammlung in Bochum bestätigten 676 von 720 Anwesenden die Haltung des Vorstands. Parallel dazu besuchte der ehemalige grüne Vizekanzler Robert Habeck ein Nachhaltigkeitsfestival, das im Rahmen der Veranstaltung stattfand. Trotz der Kritik beharrte die GLS Bank darauf, dass ihre Entscheidung nicht politisch motiviert sei.

Als Reaktion auf die Aufregung führte die Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und gab Hinweise, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die weitere Prüfungen auslösen könnten. Unterdessen verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Rote Hilfe vorläufig offenhalten muss – eine zusätzliche juristische Zäsur. Die GLS hingegen hält an ihrer Haltung gegenüber den DKP-Konten fest.

In einem offenen Brief, den Tausende unterzeichneten, wurde gewarnt, das Vorgehen der Bank gefährde das öffentliche Vertrauen. Demonstranten argumentierten, eine finanzielle Ausgrenzung aufgrund politischer Gesinnung setze ein gefährliches Präzedenzfall. Die Debatte hat mittlerweile über die GLS hinaus eine grundsätzliche Diskussion über Bankenregulierung und Vereinsfreiheit ausgelöst.

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Bisher bleiben die Konten der Rote Hilfe bei der GLS aktiv, während die Zukunft der DKP bei der Bank weiter ungewiss ist. Die Proteste haben das Thema in den Fokus gerückt und zwingen die GLS, regulatorische Anforderungen mit öffentlichen Erwartungen in Einklang zu bringen. Wie die Bank diesen Spagat meistert, könnte Signalwirkung für den Umgang anderer Institute mit politisch brisanten Konten haben.

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