05 February 2026, 08:43

Hamburger Staatsoper feiert triumphale Uraufführung von Monsters Paradies mit Jelinek und Neuwirth

Ein Plakat, das das Théâtre de l'Opéra in Paris ankündigt, zeigt eine Frau in einem gelben Kleid umgeben von anderen Menschen mit Text darauf.

Hamburger Staatsoper feiert triumphale Uraufführung von Monsters Paradies mit Jelinek und Neuwirth

Hamburger Staatsoper feiert Uraufführung von Monsters Paradies – ein spektakuläres Werk von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek

Die Hamburger Staatsoper hat mit Monsters Paradies die Weltpremiere eines mutigen neuen Werks der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek auf die Bühne gebracht. Die unter der Regie von Tobias Kratzer entstandene Produktion markiert einen Höhepunkt in der Wiederbelebung des Hauses nach Jahren der Zurückhaltung. Sowohl Kritik als auch Publikum feiern das Stück als einen Triumph aus Spektakel und Tiefgang.

Die Premiere am 1. Februar 2026 fiel mit dem Amtsantritt der neuen Intendantin zusammen. Kratzers Inszenierung, kombiniert mit den markanten Bühnenbildern von Rainer Sellmaier, entwarf eine chaotische Welt, in der Grand-Guignol-Satire auf politische Karikatur trifft. Die despotische Hauptfigur vereint Züge von Trump und König Ubu, während die Partitur – eine Mischung aus Sprechgesang, E-Gitarre und Schlagzeug – Ordnung in groteske Brillanz auflöst.

Neuwirths Komposition, bekannt für ihre elektronischen Klangtexturen und schroffen Kontraste, wurde vom Staatsorchester unter der Leitung von Titus Engel präzise umgesetzt. Besonders überzeugte das Ensemble, allen voran die "Vampirinen", dargestellt von Sarah Defrise, Sylvie Rohrer, Kristina Stanek und Ruth Rosenfeld. Die Pianistin Elisabeth Leonskaja bereicherte den Abend mit ihrer Interpretation von Schuberts Fantasie in f-Moll.

Vor der Premiere probte der Bariton Georg Nigl – frisch ausgezeichnet mit dem Österreichischen Musiktheaterpreis 2025 als "Sänger des Jahres" – seine Rolle in der Produktion. Der Erfolg der Oper fällt dabei in eine Zeit lebhafter kultureller Debatten: Eine Petition mit dem Titel Latein ist kein Luxus – es ist Bildung gewinnt an Fahrt, unterstützt von drei Nobelpreisträgern – Elfriede Jelinek, Anton Zeilinger und Peter Handke – sowie führenden Persönlichkeiten aus Literatur, Medizin und Politik.

Monsters Paradies hat die Hamburger Opernszene belebt und die frühere Stagnation mit einer kühnen Mischung aus Satire und musikalischer Innovation durchbrochen. Die begeisterten Kritiken und das Publikumsignal stehen für einen vielversprechenden Start in die neue künstlerische Ära des Hauses. Gleichzeitig hält die Diskussion über die Rolle des Lateinunterrichts an, wobei prominente Fürsprecher seinen Erhalt im Lehrplan fordern.