11 June 2026, 02:18

Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen

Kaufangebot aus Indien für Thyssenkrupp Steel

Indischer Stahlriese Jindal Steel will Thyssenkrupp-Stahlsparte übernehmen

Der indische Stahlkonzern Jindal Steel hat ein unverbindliches, vorläufiges Angebot für die Übernahme der Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Das deutsche Unternehmen hatte zuvor ein Joint Venture mit dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský geplant. Nun wird der Vorstand das Angebot in finanzieller, ökologischer und beschäftigungspolitischer Hinsicht prüfen.

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp verzeichnete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis von 261 Millionen Euro. Jindal Steel, das mit einem Umsatz von 12 Milliarden Euro und einer operativen Marge von 22 Prozent operiert, strebt an, Thyssenkrupp Steel zum größten integrierten und klimafreundlichen Stahlproduzenten Europas auszubauen.

Das indische Unternehmen hat zusätzliche Investitionen in Höhe von über 2 Milliarden Euro zugesagt, darunter die Fertigstellung eines Direktreduktionswerks (DRI-Anlage) in Duisburg. Sowohl Thyssenkrupp als auch Křetínský behalten sich das Recht vor, den Verkauf eines 20-Prozent-Anteils an ihrem geplanten Joint Venture rückgängig zu machen.

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Die Gewerkschaft IG Metall unterstützt die Übernahme und bewertet sie als positiv für die Beschäftigten. Jindal Steel, ein bedeutender Akteur in Indien mit Standorten in Afrika und Australien, sieht in dem Deal eine strategische Expansion nach Europa.

Der Thyssenkrupp-Vorstand wird das Angebot anhand wirtschaftlicher Vorteile, der grünen Transformation und der Arbeitsplatzsicherheit bewerten. Bei einer Genehmigung könnte die Übernahme die europäische Stahlindustrie neu gestalten. Der Prozess bleibt jedoch weiteren Verhandlungen und einer Due-Diligence-Prüfung unterworfen.

Quelle