21 January 2026, 12:58

Islamischer Religionsunterricht in NRW: Erfolg mit großem Ausbaubedarf und Lehrermangel

Ein offenes Buch mit einer Weltkugel und einer Palme ├Âber dem, umgeben von einem gr├╝nen Band, mit der Sonne im Hintergrund, was ein Thema von islamischen Studien suggeriert.

Islamischer Religionsunterricht in NRW: Erfolg mit großem Ausbaubedarf und Lehrermangel

Ein neuer Bericht der Universität Münster unterstreicht den Erfolg des islamischen Religionsunterrichts (IRU) in Nordrhein-Westfalen. Trotz der positiven Auswirkungen nehmen derzeit nur ein kleiner Teil der berechtigten Schülerinnen und Schüler an dem freiwilligen Programm teil. Die Evaluation fordert eine deutliche Ausweitung, um mehr Kinder und Jugendliche im gesamten Bundesland zu erreichen.

Aktuell besuchen lediglich 31.673 der rund 500.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler in der Region IRU-Stunden. Diese werden von 332 Lehrkräften an nur 247 von etwa 5.400 Schulen unterrichtet. Das Angebot bleibt damit begrenzt, auch wenn die Teilnahmezahlen steigen.

Schülerinnen und Schüler, die am Unterricht teilnehmen, beschreiben die Stunden als praxisnah, ansprechend und persönlich bereichernd. Eine längere Teilnahme scheint die religiöse Bildung zu stärken und gleichzeitig die Abhängigkeit von Plattformen wie TikTok zu verringern, auf denen oft rückständige religiöse Ansichten verbreitet werden. Der Bericht stellt zudem fest, dass ein "belehrender Religionszugang" mit zunehmender Verweildauer im IRU an Bedeutung verliert. Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen zeigen sich durchweg zufrieden. Viele loben das Programm dafür, dass es jungen Menschen hilft, Orientierungswissen zu entwickeln und ihren Glauben klarer zum Ausdruck zu bringen.

Die Evaluation empfiehlt weitere Fortbildungen für Lehrkräfte, insbesondere im Bereich interreligiöser Dialogfähigkeiten. Um den Lehrplan zu stärken, schlagen die Autorinnen und Autoren vor, soziale Schlüsselfragen stärker zu gewichten. Themen wie Gleichberechtigung der Geschlechter, Prävention von Antisemitismus und Medienkompetenz sollten eine zentralere Rolle spielen. Die Verfasser fordern eine flächendeckende Einführung des IRU an allen Schulformen in NRW, unterstützt durch bessere Personalausstattung, Ressourcen und organisatorische Rahmenbedingungen.

Die Ergebnisse verdeutlichen die klaren Vorteile des IRU: höhere religiöse Bildung und geringere Konfrontation mit extremistischem Online-Content. Eine Ausweitung des Programms würde jedoch mehr Lehrkräfte, eine breitere schulische Beteiligung und aktualisierte Lehrmaterialien erfordern. Nun liegt es bei den Bildungsbehörden Nordrhein-Westfalens, auf die Empfehlungen des Berichts zu reagieren.